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1. Die strittigen Punkte
In diesem Kapitel werden wir die wichtigsten strittigen Punkte, die zwischen den verschiedenen Konfessionen zu Diskussionen führen, untersuchen. Diese gehen ohne ehrliche Bemühungen an die Erforschung der Einheit der biblisch-koranischen Offenbarung heran. Wir bedauern es, dass es gewisse religiöse Verantwortliche gibt, die sich ohne Erkenntnisse beeilen auf oberflächlicher und kindischer Art, ohne jegliche Schamhaftigkeit und geistige Reife, von den offenbarten Wahrheiten zu sprechen.
Die wichtigsten Argumente und Vorurteile, die von gewissen fanatischen Christen benutzt werden, um den Koran und seinen edlen Propheten abzulehnen, sind folgende:
- Der Koran widerspricht gewissen evangelischen Wahrheiten.
- Das Leben Mohammeds (Polygamie und Kriege) beweist, dass er kein Prophet war.
Wir werden aufzeigen, dass der Koran keine einzige evangelische Lehre angreift. Viele Christen wurden dazu gebracht, diese Irrtümer zu glauben, weil die Muslims selbst falsche Interpretationen gewisser koranischer Texte gaben.
Ausgehend von den im ersten Kapitel erwähnten Interpretationsprinzipien, werden wir im vorliegenden Kapitel die völlige Übereinstimmung und die Einheit der biblischen und der koranischen Offenbarungen beweisen. Die Christen haben keinen berechtigten Grund, den Koran abzulehnen, genauso wenig haben die Muslims einen Grund, die Bibel zu verachten. Wir werden anschliessend in groben Zügen das Leben Mohammeds aufzeigen und ihn von allen falschen Anklagen freisprechen.
Wir haben summarisch die Gründe, die zur Ablehnung des Korans durch viele Christen geführt haben, erwähnt. Die Hauptpunkte, auf die sich gewisse Muslims stützen um das Christentum anzugreifen, sind die folgenden:
- Die göttliche Dreifaltigkeit: drei Aspekte des einzigen Gottes
- Der Titel von Sohn Gottes, der dem Messias zugeteilt ist
- Die Gottheit des Messias
- Die Kreuzigung und der Tod des Messias
- Die Verfälschung der Bibel (Altes und Neues Testament)
Bei diesen Punkten ist es wichtig zu wissen, was die göttliche Offenbarung dazu sagt, weil unsere Diskussion sich auf das feste Fundament eines „erleuchteten Buches“, wie es der Koran empfiehlt, stützt. Wenn wir diese Punkte in den offenbarten Büchern wiederfinden, werden wir daran glauben, sonst werden wir sie ablehnen. Die Antwort auf jeden dieser Punkte wird gleichzeitig auch eine Widerlegung der Argumente sein, die von gewissen Christen bzw. gewissen Muslims gebraucht werden, um den Koran oder die Bibel mit ihren Lehren zu leugnen.
1.1. Die göttliche Dreifaltigkeit: drei Aspekte des einzigen Gottes
Gott hat sich in der Thora im Alten Testament als der einzige Schöpfer offenbart: Es gibt keinen anderen Gott. Das Evangelium bestätigt diese Wahrheit und fügt eine noch tiefere Nuance hinzu. Gott ist einzig, aber er ist trotzdem nicht in sich Selbst abgesondert und einsam. Er begleitet sich Selbst und enthüllt sich als ein Wesen unter drei Aspekte: Der Vater, sein Wort oder der Sohn, und sein Geist. In der Tat sagt Johannes zu Beginn seines Evangeliums:
„Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Am Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts… Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Johannes 1,1-14).
Das sind die Worte des Evangeliums. Sie informieren uns, dass Gott ein Wort hat, welches Gott selbst ist. Gott und sein Wort sind also ein und dasselbe Wesen, so wie der Mensch und sein Wort eine einzige Person ist. Das Wort das Fleisch geworden ist, ist Jesus, der Messias, der im Koran als das „Wort Gottes“ bekannt ist.
Im Evangelium empfiehl der Messias den Aposteln die Gläubigen im Namen des Vaters, des Sohnes (das Wort Gottes) und des Heiligen Geistes zu taufen:
„Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Matthäus 28,19).
Es ist zu beachten, dass der Messias nicht gesagt hat „in den Namen“ (Plural) zu taufen, sondern den Singular brauchte. Gott ist einzig und sein Name wird im Singular und nicht im Plural erwähnt. Jeder Gläubiger schliesst aus diesen Worten, dass Gott Vater - Sohn - Heiliger Geist ist oder anders ausgedrückt, Gott - Sein Wort - Sein Geist.
Als der Messias, ehe er diese Welt verliess, seine Apostel wegen dieser Trennung traurig sah, sagte er zu ihnen er werde ihnen den Beistand senden, der ihn als ständiger Begleiter ersetzen werde:
„Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit (der Heilige Geist)… Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch“ (Johannes 14,16-18).
Durch diese Worte verstanden die Gläubigen, dass der Beistand, der nach der Auffahrt Jesu kommen sollte, der Geist Gottes war, der auch der Geist Jesus ist: Gott selbst. Deshalb sagte der Messias: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch“, d.h. in der Gestalt seines Geistes. Er wollte ihnen verständlich machen, dass dieser Geist und er selbst eins sind. Deshalb ist der Messias im Islam als „Wort Gottes“ und „Geist Gottes“ anerkannt:
„Der Messias Jesus, der Sohn Marias ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er Maria entboten hat, und ein Geist von Gott“ (Koran 4; Die Frauen‚171).
Gewisse Gläubige meinen, dass der vom Messias den Aposteln versprochene Beistand niemand anders als der Prophet Mohammed sei. Diese Interpretation steht im Widerspruch zum Koran und zum Evangelium. In der Tat, sagt das Evangelium, dass Jesus zehn Tage nach seiner Auffahrt den Heiligen Geist auf die Apostel sandte und „alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden“ (Apostelgeschichte 2,4).
Dieser Vers und die restlichen evangelischen und koranischen Verse, die den Heiligen Geist betreffen, können nicht auf den Propheten Mohammed bezogen werden. Zudem offenbaren das Evangelium und der Koran, dass der Heilige Geist über Maria, die Jungfrau, gekommen war, damit sie vom Messias schwanger wurde:
„Der Engel antwortete ihr (Maria): Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten…“ (Lukas 1,35)
„Der Messias Jesus, der Sohn Marias, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er Maria entboten hat, und ein Geist von Gott“ (Koran 4; Die Frauen‚171).
„Und wir sandten unseren Geist zu ihr (Maria). Der stellte sich ihr dar als ein wohlgestalteter Mensch“ (Koran 19; Maria‚17).
Dieser Geist kann nicht Mohammed sein, der noch nicht geboren war. Diese falsche Interpretation, die auf keinem Fundament aus den Heiligen Schriften basiert, können wir also nicht berücksichtigen.
Im Alten Testament offenbarte Gott die Dreifaltigkeit auf eine Weise, die erst mit der Offenbarung des Evangeliums verstanden wurde. Das Buch Genesis erzählt wie Gott Abraham in der Gestalt von drei Personen erschien:
„Der Herr erschien Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham sass zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang. Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füsse waschen und euch unter dem Baum ausruhen…“ (Genesis 18,1-5).
Das Seltsame an dieser biblischen Geschichte ist, dass Abraham mit diesen drei „Personen“ bald im Singular, bald im Plural spricht. Er scheint von dieser dreifältigen Gotteserscheinung überrascht gewesen zu sein. Viele Christen haben zu Beginn des Christentums die „Dreifaltigkeit“ (ein Gott in drei „Personen“) und den „Tritheismus“ (drei Götter) verwechselt .
Im Evangelium lädt uns Gott ein, zwischen seinem Wort und seinem Geist innerhalb seines göttlichen Wesens zu unterscheiden. Das göttliche Wesen ist Gott oder der Vater, das Wort, das aus Ihm und von Ihm hervorgeht (oder geboren wird) - selbstverständlich auf geistiger Weise - ist der Sohn, und die Mentalität Gottes, seine Geistesgesinnung ist der Heilige Geist. Dieses Wort und dieser Geist sind das Wort Gottes und der Geist Gottes und nicht diejenigen anderer Götter. Dies ist die Dreifaltigkeit, ein Gott in drei „Personen“, die man unterscheiden, aber nicht trennen kann.
Gewisse Leute fragen, warum all diese Unterscheidungen und alle diese komplizierten Worte? Wir antworten ihnen: „Es ist Gott der die Initiative ergriffen hat, sich bekannt zu machen und uns über das was er betreffend sein göttliches Wesen für notwendig hielt, zu informieren. Unsere Aufgabe besteht darin, uns zu bemühen, es zu verstehen. Erst dann erkennen wir, dass es eben nicht so kompliziert ist, wie wir dachten.“
Der Tritheismus hingegen ist eine Lehre, die völlig verschieden von der Dreifaltigkeit ist, denn sie verkündet die Existenz von drei Göttern mit drei unterschiedlichen göttlichen Wesen. Jeder Gott hat sein eigenes Wesen: z.B. der Gott des Guten, der Gott des Bösen und der Gott der Bestrafung, die alle drei als ewig betrachtet werden und auch voneinander getrennt sind. Dies ist selbstverständlich eine Irrlehre, die von den Aposteln und den christlichen Führern der ersten Jahrhunderte und auch vom Koran verurteilt wurde. Die Mormonen und gewisse hinduistische Sekten glauben an den Tritheismus.
Gewisse übelwollende Juden haben das Christentum von Anfang an bekämpft, indem sie die Gläubigen durch Irrlehren, wie diejenige des Tritheismus trennten. Andere haben sogar behauptet, Maria, die Mutter Christi, sei eine der drei Gottheiten. Dieser Tritheismus, eine Vermischung zwischen verdorbenem Christentum und Heidentum hat sich während den ersten Jahrhunderten unseres Zeitalters verbreitet. Deshalb verurteilt der Koran diesen Abfall, indem er sagt:
„Ungläubig sind diejenigen, die sagen: Gott ist der dritte von dreien. Es gibt keinen Gott ausser Gott“ (Koran 5; Der Tisch‚73).
(Interpretation der „Jalalein“: „Gott ist einer dieser Drei, die beiden Anderen sind Jesus und seine Mutter. Ein Teil der Christen glaubt dies“)
Es ist zu beachten, dass nur ein Teil der Christen von dieser Erklärung der „Jalalein“ betroffen ist. Der Koran erklärt, dass Gott, Jesus und Maria die drei Götter waren, die von dieser christlichen Sekte angebetet wurden:
„Gott sagte zu Jesus: Hast du etwa zu den Leuten gesagt: ‘Nehmt euch ausser Gott mich und meine Mutter zu Göttern'? Er sagte: 'Gepriesen seist du! Ich darf nicht sagen, wozu ich kein Recht habe'“ (Koran 5; Der Tisch‚116).
„Ihr Leute der Schrift (Bibel)! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit und sagt gegen Gott nichts als die Wahrheit. Der Messias Jesus, der Sohn Marias, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er Maria entboten hat und sein Geist. Darum glaubt an Gott und seine Gesandten und sagt nicht, dass es drei gibt. (Gott, Jesus und Maria: ‘Jalalein'). Hört auf (so etwas zu sagen)! Das ist besser für euch. Gott ist nur ein einziger Gott. Gepriesen sei er!“ (Koran 4; Die Frauen‚171).
Heute glaubt keine christliche Konfession mehr, dass Maria eine Gottheit ist, und auch nicht dass Gott der dritte von dreien ist. Diese Äusserungen sind ketzerisch. Das Evangelium hat nie gelehrt, Gott sei der dritte von dreien, denn es gibt nur einen einzigen Gott, dessen Wesen Gott, sein Wort und sein Geist ist. Dies bedeutet nicht drei Götter, sondern einen einzigen Gott in drei „Personen“. Alle, die fähig sind, zwischen der Dreifaltigkeit und dem Tritheismus zu unterscheiden, beweisen, dass sie eine grosse Gedankenreife erlangt haben. Denn jeder Christ ist mit dem Koran einverstanden um zu sagen:
„Ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‘Gott ist der dritte von dreien.' Es gibt keinen Gott ausser Gott“ (Koran 5; Der Tisch‚73).
Kein Christ, der würdig ist diesen Namen zu tragen, kann solche irrgläubigen Worte sagen. Er muss im Gegenteil solche Gedanken unterdrücken, dass Gott weder der „dritte“, noch der „zweite“, noch der „erste von dreien“ ist: Gott ist einzig, es gibt keinen anderen Gott ausser ihm. Gepriesen sei er. Wir stehen alle auf der Seite des Korans, um den Tritheismus zu verwerfen. Wenn es in der Absicht des Korans gewesen wäre, die Dreifaltigkeit zu leugnen, hätte er gesagt: „Ungläubig sind all diejenigen, die sagen: ‘Gott ist einer in dreien'“. Die Christen sollen also wissen, dass der Koran sie nicht wegen ihrem Glauben anklagt und er sie auch nicht mit den oben erwähnten Versen meint. Die Muslimen müssen dies betreffend dem Koran und ihren christlichen Brüdern auch wissen. Warum also eine gegenseitige Ablehnung, wenn zwischen den Schriften Übereinstimmung herrscht?
Hier eine einfache Erläuterung der Dreifaltigkeit: Der Mensch und sein Wort sind dasselbe Wesen, wie es auch der Mensch und sein Geist sind. Also sind der Mensch, sein Wort und sein Geist dasselbe Wesen. Auf gleicher Weise sind Gott, sein Wort und sein Geist eins. Der Mensch, der sein Wort gibt, gibt sich selbst: sein Wort, seine Seele und sein Geist. Wie der Mensch und sein Wort und sein Geist eins sind, so sind auch Gott, sein Wort und sein Geist eins. Durch die Summenbildung vom Menschen, seinem Wort und seinem Geist bekommt man nicht drei Menschen sondern ein einziger Mensch gesehen unter drei Gesichtspunkte. Der Mensch ist also auch eine Dreifaltigkeit, ein reduziertes Bild der göttlichen Dreifaltigkeit. Das ist nicht erstaunlich, denn der Mensch wurde als Abbild Gottes geschaffen.
Es gibt im Menschen eine lebenswichtige geistige Bewegung zwischen ihm und sich selbst. Er zieht sich selbst zu Rate, prüft seinen Geist und stellt sich selbst Fragen durch sein Denken. Er ist mit seinen Taten einverstanden oder verwirft sie; der Mensch ist nicht von seinen Gedanken abgesondert. Dies tritt nur ein, wenn er in Konflikt mit sich selbst kommt und von psychologischen Krankheiten, die seinen Charakter spalten und die Symptome eines Ungleichgewichtes zum Vorschein bringen, heimgesucht wird. Der Mensch ist eine Dreifaltigkeit. Diese geistige Bewegung im Menschen, die wir beschrieben haben, ist in Gott vollkommen harmonisch.
Ein anderes Beispiel der göttlichen Dreifaltigkeit: Die Sonne, sein Licht und seine Wärme sind drei Aspekte eines gleichen Wesens. Die Sonne stellt Gott der Vater dar, sein Licht stellt sein lebendiges und belebendes Wort, welches als Licht in die Welt gesandt wurde dar, und seine Wärme stellt der lebendige Heilige Geist, den wir in uns spüren, dar. Diejenigen, die die Sonne und das Leben nicht geniessen sind diejenigen, die freiwillig die Rolläden ihres Hauses schliessen.
Das Evangelium informiert uns, dass der Schöpfer eins ist, aber er ist nicht von seinem Wesen getrennt. Er ist offen zu sich selbst und in Gesellschaft seiner eigenen Person, in einem vollkommenen Frieden mit sich selbst und in vollem Bewusstsein seines Wesens. Gott liebt sich und weiss dabei, dass er das makellos Schöne ist. Alle, die mit reinem Herzen über Gott meditieren, spüren die unendliche Harmonie des göttlichen Wesens und entdecken die dreifache Bewegung von seinem einzigen Wesen, das unendlich liebenswürdig ist.
Gott, seine Gedanken über sich selbst und die Liebe seines vollkommenen Wesens sind im Evangelium bezeichnet als: Der Vater (Gott), der Sohn (sein Wort oder sein Denken, das sich in Ihm selbst äussert) und sein Geist (die Liebesstimmung in welcher Gott lebt).
Der Koran lädt uns ein zu unterscheiden zwischen Dreifaltigkeit und Tritheismus. Diejenigen, die diesem Ruf mit Enthaltsamkeit folgen, machen einen geistig und psychologisch riesigen Schritt nach vorne, der sie befähigt, sich mit Gott auf ewig zu vereinigen, indem sie Anteil nehmen an seiner Liebe und seinem Leben ohne Ende.
1.2. Der Titel Sohn Gottes, der dem Messias zugeteilt ist
Viele Menschen nehmen Anstoss am Titel Jesus „Sohn Gottes“. Sie behaupten, Gott könne keine Kinder haben wie die Menschen. Aber die Wesensart des Sohnes Gottes, die der Messias besitzt bedeutet, dass dieser keinen menschlichen Vater hat. Die Frage: „Wer ist die Mutter Christi?“, können wir beantworten mit: „Maria“. Und „wer ist sein Vater?“ Die Bibel und der Koran sind sich einig, um zu bekennen, dass niemand einen Anspruch auf die natürliche Vaterschaft Jesus erheben kann, da Maria keinen Mann kannte. Das Evangelium und der Koran sind sich über diese Tatsache einig. Dies ist die Absicht des Evangeliums wenn dem Messias die Bezeichnung Sohn Gottes gegeben wird; Josef war sein Adoptivvater.
Diese Wahrheit wird durch das Alte Testament und durch viele Prophezeiungen bestätigt. Im 10. Jahrhundert vor Christus sandte Gott den Propheten Natan zum König David, um ihm die Geburt des Messias aus seiner Nachkommenschaft zu verkünden. Gott sagt:
„Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein“ (2 Samuel 7,14).
Im 8. Jahrhundert vor Christus verkündete der Prophet Jesaja:
„Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären“ (Jesaja 7,14).
Diese Prophezeiungen wurden erst mit der Geburt des Messias Jesus, von einem jungen Mädchen Maria, der Jungfrau, verstanden. Das Evangelium erzählt wie der Engel Gabriel Maria die Geburt eines Sohnes verkündete. Sie war erstaunt und fragte: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Der Engel antwortete:
„Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“ (Lukas 1,34-35).
Diese Aussage des Engels offenbart bei genauerer Betrachtung, den Grund weshalb der Messias den Titel „Sohn Gottes“ trägt: „Der Heilige Geist“ wird über Maria kommen, „deshalb wird das Kind Sohn Gottes genannt werden“. Es ist nicht das Kind eines Mannes.
Das Matthäusevangelium berichtet wie der Engel Josef, die Jungfräulichkeit Marias bestätigte, als er daran zweifelte. Der Engel sagte zu ihm:
„Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben… Dies alles ist geschehen, damit sich erfülle, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären“ (Matthäus 1,20-23).
Gott offenbarte diese Tatsache auch im Koran und bestätigte damit das Wunder der Geburt des Messias durch göttliche und nicht menschliche Intervention. Maria antwortete dem Engel:
„Sie (Maria) sagte: Wie sollte ich einen Jungen bekommen, wo mich kein Mann berührt und ich keine Hure bin? Er (der Engel) sagte: So ist es. Dein Herr sagt: Es fällt mir leicht. Wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zum Beweis unserer Barmherzigkeit. Es ist eine beschlossene Sache. Da war sie nun schwanger mit dem Kind und sie zog sich mit ihm an einen fernen Ort zurück“ (Koran 19; Maria‚20-22).
Somit bestätigte der Koran den Arabern, dass die Mutter Christi Jungfrau ist, da sie ihren Sohn ohne ein menschliches Eingreifen zur Welt brachte. Es war eine Initiative und ein Eingreifen Gottes. Dieses einzigartige Ereignis in der menschlichen Geschichte erbrachte dem Messias allein den Titel „Sohn Gottes“, denn jeder andere Mensch hat einen Vater und eine Mutter. Im Gegensatz zu Adam, hatte Jesus eine Mutter, während Adam nach der Bibel aus Lehm oder Staub geschaffen wurde: Er hatte weder Vater noch Mutter.
Wie können wir das verstehen, was der Koran in der Sure „Der Glaube ohne Vorbehalt“ offenbart:
„Sag: Gott ist der alleinige, einzige und ewige Gott. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt, und kein Wesen ist ihm gleich“ (Koran 112; 1-5).
Unsere Antwort: Diese Aussage betrifft die Heiden von Mekka, wegen ihren mythologischen Göttern und nicht die Christen wegen dem Messias. Diese Heiden glaubten in der Tat daran, dass ihre Götter assen, tranken, heirateten und Kinder zeugten. Der Koran offenbart ihnen, dass Gott nicht wie ihre Götter ist: Er ist ewig, nicht gezeugt, und zeugt auch nicht einen anderen Gott mit Hilfe einer Gefährtin, die seine Gottheit teilt, so wie es in den Mythologien üblich war.
Der Koran selbst regt uns an, diese Verse so zu erklären wie wir es getan haben, denn er offenbart, dass Gott keine Gefährtin hat mit der Er schläft, um Kinder zu zeugen:
„Der Schöpfer von Himmel und Erde, wie soll er zu Kindern kommen, wo er doch keine Gefährtin hat und alles geschaffen hat? Er weiss über alles Bescheid“ (Koran 6; Das Vieh‚101).
Dieser koranische Vers betrifft nicht Jesus, sondern diejenigen, die
„die Dschinn zu Teilhabern Gottes gemacht haben, wo er sie doch erschaffen hat. Und sie haben ihn in (ihrem) Unverstand Söhne und Töchter angedichtet. Gepriesen sei er! Er ist erhaben über das, was sie aussagen.“ (Koran 6; Das Vieh‚100)
Auf gleicher Weise müssen auch die Verse des Korans 19; Maria 88, interpretiert werden:
„Sie sagten: Der Barmherzige hat sich einen Sohn gegeben (indem er sich einer Gefährtin näherte). Ihr behauptet hier scheussliche Dinge…“
Deshalb sagt Mohammed noch im Koran:
„Gesetzt den Fall, der Barmherzige hätte ein Kind, dann wäre ich der erste, der es verehren würde.“ (Koran 43; Der Prunk‚81)
Die offensichtliche Absicht Gottes im oben genannten Vers betrifft die Kinder dieser „Dschinn“ (mythologische arabische Geister und Götter) und nicht der Messias, der vom Wort Gottes geboren wurde. Mohammed war „sein erster Verehrer“, da er „der erste Muslim“ in der arabischen Halbinsel war, wie es der Koran erläutert.
Es war schwierig für die Araber der vorislamischen Zeiten, die geistigen evangelischen Wahrheiten zu verstehen. Sie waren überflutet von Sinnengenüssen und primitiven Vorstellungen und meinten ihre Götter heirateten und hätten Gefährtinnen sowie „Söhne und Töchter“ so wie es im Kapitel „Das Vieh“ steht. Der Koran erklärt ihnen in ihrer Sprache und Mentalität und unter Berücksichtigung ihres geistigen Zustandes die Existenz eines einzigen Gottes, der alles geschaffen hat. Dieser Gott braucht keine Gefährtin, um einen Sohn durch einen Sexualakt zu zeugen. Seine geistige Macht ist derartig, dass er durch ein einziges Wort das schafft, was er will.
Die Araber waren nicht darauf vorbereitet, eine Schöpfung auf göttlichem Befehl zu verstehen und zu akzeptieren. Gott kommt ihnen im Koran entgegen und erklärt den Unterschied zwischen dem Verhalten ihrer mythologischen Götter und demjenigen des einzigen wahren Schöpfers:
„Es ziemt sich nicht für Gott, dass er (durch eine körperliche Beziehung wie die Götter der Mekka) einen Sohn hätte. Lob und Preis sei ihm. Wenn er etwas beschliesst und nur sagt ‘Werde!' so ist es.“ (Koran 19; Maria‚35)
Der Koran sagt ebenfalls in der Surat „Die Scharen“:
„Wenn Gott sich Kinder hätte zulegen wollen, hätte er aus seinen Geschöpfen nach Belieben ausgewählt“ (Koran XXXIX; Die Scharen‚4).
Der Koran offenbart tatsächlich, dass Gott Maria auswählte mit dem Ziel ein Sohn zu bekommen:
„Die Engel sagten: O Maria! Gott hat dich in Wahrheit auserwählt; Er hat dich gereinigt, Er hat dich unter allen Frauen des Universums auserwählt“ (Koran III; Sippe Imrans‚42).
„Der Engel sagt zu Maria: …Ich bin doch der Gesandte deines Herrn, um dir einen lauteren Jungen zu schenken. Sie sagte: Wie sollte ich einen Jungen bekommen, wo mich kein Mann berührt hat…? Er sagte: So. Dein Herr sagt: Es fällt mir leicht. Und wir schenken ihn dir damit wir ihn zu einem Zeichen für die Menschen machen, und weil wir Barmherzigkeit erweisen wollen. Es ist eine beschlossene Sache. Da war sie nun schwanger mit dem Knaben“ (Koran XIX; Maria‚19-22).
Dies traf genau mit dem Messias zu. Der Koran verkündet in der Tat, wie erwähnt, dass Gott die Jungfrau Maria auswählte, um in ihr Schoss durch Sein göttliches Wort, der gesegnete Messias, zu erschaffen. Es ist also da, im Schoss Marias, dass Gott zu Messias sagte: „Werde!“ und Er wurde. Auf dem gleichen Augenblick wurde die ausgewählte Jungfrau vom Wort Gottes schwanger, wie es in der Surat „Sippe Imrans“ offenbart wird:
„Die Engel sagten: Maria. Gott verkündet dir ein Wort von sich, dessen Name der Messias ist“ (Koran 3; Sippe Imrans‚45)
Der Koran bestätigt somit die evangelische Offenbarung betreffend den Messias (Johannes 1,14):
„… Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“.
Noch ein letzter koranischer Vers:
„Die Juden sagen: ‚Uzair (Esra) ist der Sohn Gottes‘. Und die Christen sagen: ‚Der Messias ist der Sohn Gottes‘ aber dieses Wort kommt aus ihrem Mund. Sie wiederholen was früher die Ungläubigen sagten. Gott bekämpfe sie! Wie können sie nur so verschroben sein!“ (Koran IX; Die Busse‚30).
Wir müssen diese Verse verstehen, indem wir uns erinnern, dass der Koran die Bibel bestätigt und nicht widerspricht. Falls wir anders denken, würden wir vom Wege abkommen und uns dem schlimmsten Argument zuwenden, anstelle des Besten, das im „Geraden Weg“ des Korans vorgeschrieben ist. In diesem strahlenden Weg verstehe wir den Vers wie folgt: „Der Messias ist der Sohn Gottes, aber dieses Wort kommt aus ihr Mund“, es ist nicht in ihrem Herz gegründet und hat keine positive geistige Wirkung im Alltag. Sie leben weiterhin wie Heiden. Falls dieses Wort von der Tiefe ihres Herzens gekommen wäre, dann hätte es ihr Leben verändert. Sie handeln aber wie polytheistische Heiden. Sie „wiederholen“ was die Ungläubigen vor ihnen betreffend ihren Göttern, die Söhne und Töchter zeugten, sagten und setzten dabei leider der Name des Messias ein. Diese Törichten gleichen also in jeder Hinsicht den Heiden und werden dasselbe Schicksal teilen. Heute noch ist die moralische Dekadenz der grossen Mehrheit der sogenannten Christen offensichtlich, die „aus ihrem Mund sagen: der Messias ist Sohn Gottes“, die aber selbst als Söhne des Teufels handeln. Der Messias sagte zu recht:
„Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte recht, als er über euch sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren.“ (Matthäus 15,7-9)
Der Koran berichtet auf seine Art über diese Worte des Messias, die den falschen Gläubigen gewidmet sind.
Die Absicht der göttlichen Offenbarung bei der Verleihung des Titels „Sohn Gottes“ an den Messias ist somit klar: Sie bedeutet, dass er keinen menschlichen Vater hat. Dies ist die wahre geistige Bedeutung, die von der Bibel und vom Koran bestätigt wird. Derjenige, der auf fanatischer Weise diskutieren will, spaltet die Reihen der Gläubigen und trägt dafür vor dem Thron Gottes die volle Verantwortung. Wir, unsererseits, haben uns auf dem „Geraden Weg“ engagiert und dank der Schriften die wahre göttliche Absicht und die Einheit der biblisch-koranischen Offenbarung bewiesen. Wir haben „mit dem besten“ Argument, nämlich mit demjenigen der zur Einigung der Gläubigen führt, diskutiert.
1.3. Die Gottheit des Messias
Niemand hätte sich eine Erniedrigung Gottes bis zur Annahme der menschlichen Natur vorstellen können. Er kam, um in dieser Welt zu leben und mit dem Menschen, den Er geschaffen hatte, als Mensch wie er, zu sprechen. Das von Stolz eingenommene menschliche Wesen, lehnt es oft ab, an eine göttliche Majestät, die sich bis zum Niveau des geschaffenen Wesens erniedrigt, zu glauben.
Wie äussert sich die biblisch-koranischen Offenbarung zur göttlichen Menschwerdung?
Das Alte Testament bereitet die Gläubigen stufenweise in zwei Schritten auf diese Wahrheit vor. In einem ersten Schritt offenbart die Thora die Wahrheit über die Existenz eines einzigen Gottes. Im zweiten Schritt sprach Gott zu den Propheten vom Messias, den Er senden wird und offenbarte ihnen gewisse seiner übernatürlichen aussergewöhnlichen Züge.
1.3.1. Der erste Schritt
Vor der Bibel beteten die Menschen mit Furcht und Besorgnis die diktatorischen mythologischen Götter an. Die Bibel stellt ihnen einen einzigen, zärtlichen und barmherzigen Gott vor, der die Sünden der reumütigen Menschen vergibt (Exodus 34,5-7). Er erscheint im Gespräch mit Abraham, Moses und den Propheten. Im Gegensatz dazu, zitterten die damaligen Anbeter der Götzen vor Angst und warfen sich als Ausdruck vollkommener Unterwerfung vor ihnen nieder. Gott lehrte die Menschen in der Bibel ihn im Gegenteil als Vater, der seine Kinder behütet, zu lieben. Er lehrte sie auch, ihn nur dann zu fürchten, wenn sie ungerecht handeln:
„Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue. Er bewahrt Tausenden Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, lässt aber den Sünder nicht ungestraft…“ (Exodus 34,5-7).
Der Koran seinerseits bestätigt diese Wahrheit und offenbart, dass
„Gott gütig und barmherzig ist“ (Koran 1; Fatiha‚1).
1.3.2. Der zweiten Schritt
Gott verspricht in der Bibel den Messias zu senden, als Zeichen seiner Barmherzigkeit, um die Menschen aus der Hölle der Unkenntnis, des Fanatismus, des Egoismus und des Stolzes zu entreissen. Er verkündet seinen Propheten das Kommen eines demütigen Messias; aber in dieser Demut verbirgt sich seine Grösse. Gott verlieh dem Messias symbolische Namen, die seine wahre göttliche Natur und seinen menschlich aussergewöhnlichen Charakter offenbarten. Jesaja (8 Jahrhunderte vor Christus) sagte in diesem Zusammenhang:
„Der Herr wird euch von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Emanuel geben“ (Jesaja 7,14).
Der Name „Emanuel“ bedeutet: „Gott mit uns“ (Matthäus 1,23). Also ist Gott selbst mit uns durch den Messias. Jesaja gab diesem Kind auch andere aussergewöhnliche Namen:
„…denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens“ (Jesaja 9,5).
Gott hat nie einem anderen Propheten die Namen „Starker Gott“ und „Vater in Ewigkeit“ gegeben. Kein vernünftiger Mensch würde es wagen sie zu tragen. In der muslimischen Welt finden wir im Gegenteil, Namen wie: Abdallah, der bedeutet „Sklave Gottes“, Abdulmassih, „Sklave des Messias“, Abdulnabbi, „Sklave des Propheten“. Durch die göttlichen Namen des Messias, offenbart Gott im Alten Testament sein Kommen in der Person des Messias.
Die Notwendigkeit einer Menschwerdung Gottes erscheint in diesem herzzerreissenden Schrei, den Jesaja Ihm widmet, indem er Ihn einlädt selbst auf Erde zu kommen:
„Reiss doch den Himmel auf, und komm herab!“ (Jesaja 63,19).
Andere Prophezeiungen, u.a. wie Micha (8. Jahrhundert vor Christus), verkünden die Geburt Christi in Bethlehem. Micha sagt auch voraus, dass sein Ursprung im Tag der Ewigkeit liegt:
„Aber du, Bethlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, im Tag der Ewigkeit“ (Micha 5,1).
Wie kann der Messias, der 750 Jahre nach Micha geboren ist, einen ewigen Ursprung haben? Diese Prophezeiung wurde erst mit derer Erfüllung verstanden. In der Tat, sagte Jesus zu den Juden während einer scharfen Streitrede:
„In Wahrheit sage ich Euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.“ (Johannes 8,58)
Wir wissen, dass Abraham zweitausend Jahre vor Christus lebte. Wie kann dieser dann behaupten, er existiere vor Abraham, wenn nicht durch seinen ewigen Ursprung, wie Micha es voraussagte. Diese Ewigkeit kommt auch zum Ausdruck im offenen Gebet Jesus zu seinem Vater, vor den Aposteln:
„Vater verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war“ (Johannes 17,4-5).
Der Messias sprach zu seinem Vater in lauter Stimme, um uns den Geist beizubringen, mit welchem wir uns an Ihn wenden sollten; mit Zärtlichkeit und Feinfühligkeit. Er offenbart auch sein göttliches Wesen: Er existierte beim Vater noch „bevor die Welt war“. Im Evangelium wird die Ewigkeit des Geistes Jesu und nicht seines menschlichen Körpers, der wie jedes Fleisch in der Welt geschaffen wurde, öfters erwähnt.
Gewisse Leute staunen vor der göttlichen Menschwerdung und fragen sich selbst mit einer materialistischen Mentalität: „Wenn Gott im Messias Mensch geworden ist, wie konnte er gleichzeitig die Welt und die Sterne vom Himmel aus leiten?“ Dies bezeugt eine naive, kindliche und beschränkte Anschauung der Allmacht Gottes. Gott muss nicht den Himmel verlassen, um auf Erden zu erscheinen.
In unserer Zeit kann man diese Tatsache besser erklären als in der Vergangenheit. In der Tat hat die Psychologie die unbekannten ungeahnten Mächte des menschlichen Geistes entdeckt. Ein geistiger Mensch kann sich im Geiste bewegen und Tausende von Kilometern entfernt von seinem Körper erscheinen. Gewisse Menschen können auch auf Distanz die Gedanken anderer kontrollieren und sogar Einzelwesen oder Gemeinschaften orientieren. Wenn der geschaffene menschliche Geist, der alle seine Fähigkeiten noch nicht entdeckt hat, im Besitz einer solchen Macht ist, was können wir denn betreffend dem Geist des Schöpfers sagen, dessen unendliche Macht wir kaum erahnen? Gott kann tatsächlich auf Erde Mensch werden ohne den Himmel zu verlassen.
Aber es sind nicht die Aussagen der Menschen die uns interessieren, sondern die Offenbarung selbst, nämlich was Gott seinen Propheten direkt sagte. Wir glauben an den Plan Gottes, der von Gott offenbart wurde, auch wenn er Anstoss erregt bei denjenigen, die einen materialistischen Glauben und einen verschlossenen Geist haben, welche sie hindern, die göttlichen Wege zu begreifen.
Was sagt der Koran vom Messias? Dass er das Wort Gottes und sein Geist ist:
„Die Engel sagten: Maria! Gott verkündet dir ein Wort von sich, dessen Name Jesus der Messias, der Sohn der Maria, ist“ (Koran 3; Sippe Imrans‚45).
Hier ist zu bemerken, dass der Name dieses Gotteswortes „Jesus der Messias“ ist. Dies bedeutet, dass der Messias dieses Wort Gottes ist. Das Wort Gottes ist aber immer mit Ihm, da es das gleiche göttliche Wesen ist, wie es Johannes in seinem Evangelium offenbart:
„Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott…und das Wort ist Fleisch geworden“ (Johannes 1,1-14).
Der Koran offenbart uns, dass Jesus auch der Geist Gottes ist:
„Der Messias Jesus, der Sohn der Maria, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und ein Geist von Gott“ (Koran 4; Die Frauen‚171).
Es ist unmöglich, eine Person von ihrem Wort oder ihrem Geist zu trennen. Das Wort Gottes ist Gott selbst, der Geist Gottes ist auch Gott, es ist die göttliche Dreifaltigkeit, die im Evangelium erwähnt ist.
Gewisse Leute diskutieren mit oberflächlichen Argumenten über diese Themen und sagen zum Beispiel, dass auch einige religiöse Verantwortliche den Titel „Geist Gottes“ (Ruh Allah) tragen, ohne dabei ein göttliches Wesen zu besitzen. Die Antwort dazu ist, dass es eben die menschlichen Traditionen waren, welche diesem Menschen solche Titel verliehen. Die göttliche Offenbarung war dabei nicht beteiligt. Die offenbarten Schriften haben nie von einem noch so grossen Propheten gesagt, er sei das Wort Gottes oder der Geist Gottes. Da wird die Abweichung der menschlichen Traditionen offensichtlich.
Gott hat die besten Mittel verwendet, um den Arabern stufenweise die Wahrheit über die Natur des Messias zu offenbaren: Er tat es wie üblich mit weiser Pädagogik. Diejenigen, die ein Bedürfnis nach einer Vertiefung der göttlichen Wahrheiten haben, müssen zur Bibel greifen. Sie müssen sie mit dem Geist Gottes lesen und nicht mit einer rein menschlichen oder philosophischen Mentalität, welche die geistigen Wahrheiten verfinstert. Viel wichtiger als die einfache Lektüre der offenbarten Schriften ist der Geist, mit welchem sie gelesen werden.
Wie können wir den folgenden Vers verstehen, wenn der Koran die Gottheit Christi nicht leugnet:
„Gelästert haben diejenigen, die sagen: ‘Gott ist der Messias, der Sohn der Maria!' Der Messias hat ja selber gesagt: 'Ihr Kinder Israels. Dient Gott, meinem und eurem Herrn!' Wer Gott andere Götter beigesellt, dem hat Gott den Eingang in das Paradies versagt. Das Höllenfeuer wird ihn aufnehmen. Es gibt keine Verteidiger für diejenigen, die ungerecht handeln“ (Koran 5; Der Tisch 72).
Der Koran spricht hier von einer gewissen Kategorie von Christen, die aufgrund ihrer Ungerechtigkeit Gott gegenüber untreu sind. Der Vers sagt nämlich nicht: „Alle diejenigen, welche sagen, dass Gott der Messias ist, lästern“, sondern „Gelästert haben diejenigen, die sagen: Gott ist der Messias“, das heisst die Christen, die man an ihrer Aussage „Gott ist der Messias“ erkennt. Der Satz muss wie folgt verstanden werden: Die Christen haben gelästert (oder lästern).
Warum haben sie aber gelästert? Ist es wegen ihrer Behauptung, Gott sei der Messias? Wäre dies die göttliche Absicht, dann wäre der Vers in einer eindeutigen Form offenbart worden, eine Form, die jedes Missverständnis beseitigen würde, wie z.B.: „Alle diejenigen, welche sagen, dass Gott der Messias ist, lästern“ oder „Jeder, der sagt der Messias ist Gott lästert“.
Der Koran betrachtet aber nicht alle Christen als Gotteslästerer. Im Gegenteil, er lobt die Tugenden von vielen Christen, obwohl er weiss, dass sie sagen „Gott ist der Messias“. Gott offenbarte Mohammed noch die folgenden Verse:
„Du wirst finden, dass diejenigen, die den Gläubigen (in den Koran) in Liebe am nächsten stehen die sind, welche sagen: 'Wir sind Christen.' Dies deshalb, weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt, die nicht hochmütig sind“ (Koran 5; Der Tisch‚82).
Diese Priester und Mönche glauben aber, dass Gott der Messias ist. Trotzdem lobt sie der Koran.
„Diejenigen, die glauben und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Sabier, alle die, die an Gott und den jüngsten Tag glauben und tun, was recht ist, denen steht bei ihrem Herrn Lohn zu, und sie brauchen keine Angst zu haben, und sie werden nicht traurig sein“ (Koran 2; Die Kuh‚62).
„Diejenigen, denen wir die Schrift (die Bibel) gegeben haben, noch ehe er (der Koran) da war, glauben an ihn. Und wenn er ihnen verlesen wird, sagen sie: ‘Wir glauben an ihn. Es ist die Wahrheit (die) von unserem Herrn (kommt). Wir waren Muslims (Gott ergeben), noch ehe er da war.' Die erhalten ihren Lohn doppelt dafür, dass sie geduldig waren. Und sie wehren Schlimmes mit Gutem ab und geben Spenden von dem, was wir ihnen beschert haben. Und wenn sie leeres Gerede hören, wenden sie sich davon ab“ (Koran 28; Die Geschichte‚52-55).
Daraus lässt sich folgern, dass der Koran nicht die Gesamtheit derer, die sagen „Gott ist der Messias“ verurteilt, weil sie dies gesagt haben. Sonst hätte Gott alle Christen zusammen verurteilt. Die wahre Absicht Gottes in diesen Versen ist es, eine gewisse Kategorie von Christen, die durch ihre schlechten Taten Gott lästern, zu verurteilen. Andere koranische Verse, in welchen Gott die Christen für ihre guten Werke lobt, unterstützen diese Interpretation. Er beruhigt sie indem Er ihnen sagt:
„Sie brauchen keine Angst zu haben und werden nicht traurig sein. Sie haben unter ihnen Priester und Mönche, die nicht hochmütig sind“ (Koran 2; Die Kuh‚62 & Koran 5; Der Tisch‚82).
Der Koran unterscheidet zwischen zwei Kategorien von Christen: Diejenige, die dem geraden Weg folgt und diejenige, die sich verirrt. Diese letzte Kategorie ist mit Recht vom Koran beschuldigt worden aus Gotteslästerer zu bestehen.
Der Koran sagt:
„Sie sind nicht alle gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es eine Gemeinschaft, die steht, die zu Zeiten der Nacht die Verse Gottes verlesen und sich dabei niederwerfen. Sie glauben an Gott und den jüngsten Tag, gebieten, was recht ist, verbieten, was verwerflich ist, und wetteifern nach den guten Dingen. Die gehören zu den Rechtsschaffenen. Für das, was sie an Gutem tun, werden sie nicht Undank ernten. Und Gott weiss Bescheid über die, die ihn fürchten“ (Koran III; Sippe Imrans‚113-115).
„Eine Gruppe von den Leuten der Schrift möchte euch gern irreführen. Aber sie führen nur sich selber in die Irre, ohne sich dessen bewusst zu sein“ (Koran 3; Sippe Imrans‚69).
„Es gibt manchen unter den Schriftbesitzern, dem du wohl ein Talent anvertrauen kannst, er wird es dir wiedergeben; aber auch manchen, der dir eine ihm geborgte kleine Münze nicht zurückgibt, wenn du ihn nicht stets zur Zahlung drängst“ (Koran 3; Sippe Imrans‚76).
Aus diesen drei Versen wird deutlich ersichtlich, dass der Koran zwischen den beiden Kategorien von Leuten der Schrift unterscheidet. Die Irregeführten werden vom Koran nicht wegen ihres Glaubens an der Gottheit des Messias, sondern wegen ihrer schlechten Werke, z.B. das Stehlen der Güter anderer denunziert. Tatsächlich lobt der Koran gewisse Priester und Mönche, aber klagt auch andere an:
„Ihr Gläubigen, viele von den Gelehrten und Mönchen streben danach, das Vermögen der Leute in Eitelkeit zu verzehren“ (Koran 9; Die Busse‚34).
Gemäss der Offenbarung des Neuen Testaments entspricht jedoch das „Verzehren des Vermögens der Leute“ einer Götzenanbetung. Und jede schlechte Tat entspricht im Evangelium einer Götzenanbetung. Und Jesus, der Messias sagte:
„Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Geld“ (Matthäus 6,24).
Paulus sagt in diesem Zusammenhang:
„Denn das sollt ihr wissen: Kein unzüchtiger, schamloser oder habgieriger Mensch - das heisst kein Götzendiener - erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes“ (Epheser 5,5).
Trotzdem behaupten viele sie gehörten dem Messias, in Wahrheit sind sie aber nur Götzendiener, die der Anbetung Gottes, die Anbetung des Geldes und der Vergnügen assoziiert haben.
Es ist also nicht verwunderlich, dass der Koran die Kategorie der Frevler unter denen die sagen „Gott ist der Messias“ denunziert. Diese Christen werden aufgrund ihrer Liebe zum Geld und zu den Vergnügungen als Götzendiener bezeichnet und nicht weil sie sagen Gott sei der Messias. Dies ist unsere Interpretation.
In voller Übereinstimmung mit dem Koran behaupten auch wir: „Gelästert haben diejenigen, die sagen, Gott ist der Messias“. Wir zählen aber zu denjenigen, die sagen Gott ist der Messias. Wir behaupten es ohne Bedenken im Vertrauen, dass wir „keine Angst zu haben brauchen und nicht traurig sein werden“ (Koran 2; Die Kuh‚62). Wir wissen, dass wir dank unserer guten Werke zu den Gesegneten und nicht zu den Gotteslästerern zählen werden.
Um noch deutlicher zu sein behaupten wir zudem: „Gelästert haben diejenigen, die sagen, dass Mohammed ein Prophet Gottes ist“. Wir glauben aber, dass Mohammed ein würdiger Prophet Gottes ist. Und wir hoffen, dass unsere schlechten Taten uns nicht zu den Gotteslästerern zuteilen werden. Viele, die behaupten, Mohammed ist ein Prophet Gottes, haben sich in der Tat von den Prinzipien und den edlen Geboten des Korans entfernt. Sie haben den offenen koranischen Geist abgelehnt und zählen zu den Gotteslästerern. Wir verweisen auf die Worte des Propheten Mohammed und des Scheikh Mohammed Abdo, die wir in der Einführung erwähnt haben.
Auf gleicher Weise sagen wir: „Gelästert haben diejenigen, die sagen, Moses sei ein Prophet Gottes“. Wir glauben aber, dass Moses ein Prophet Gottes ist. Wir denunzieren aber den Zionismus und seine kriminellen Anhänger, die sagen, dass Moses ein Prophet Gottes ist.
Angesichts der tiefen Finsternis in welcher die Menschheit versunken war, war die göttliche Menschwerdung eine absolute Notwendigkeit. Die Propheten selber waren unfähig, die Menschen zu retten. Diese Unfähigkeit kommt in den Worten des Propheten Jesaja zum Ausdruck:
„Wir hatten uns alle verirrt…“ (Jesaja 53,6)
Gott allein verirrt sich nicht und er allein ist imstande den Menschen aus der Finsternis zu befreien. Deshalb:
„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Johannes 1,14).
Gott hat den herzzerreissenden Schrei Jesajas erhört:
„Reiss doch den Himmel auf, und komm herab!“ (Jesaja 63,19).
1.4. Die Kreuzigung des Messias
Die Bibel verkündet im Alten Testament, dass der Messias verachtet und durch die Juden getötet sein wird. Der Prophet Jesaja (8. Jahrhundert vor Christus) sagte über den Messias:
„Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Er war verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe. Doch der Herr lud die Schuld von uns allen auf sich. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen. Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war. Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen Knecht, er rettete den, der sein Leben als Sühneopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen“ (Jesaja 53,1-10).
Auf diese Weise beschreibt das Alte Testament 800 Jahre vor dessen Erfüllung, die Tragödie des Messias. Wenn wir heute das Leiden Christi beschreiben müssten, würden wir es nicht besser als Jesaja tun.
Was bedeutet diese göttliche Prophezeiung: „Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Wir hatten uns alle verirrt“? Welche Sünden waren das, und von welcher Verirrung waren die Juden betroffen? Es handelt sich, um die Verbrechen und die Irreführung des Zionismus. Im Laufe der Jahrhunderte ist tatsächlich der zionistische Geist in das jüdische Volk eingedrungen und dieser Geist wurde stark durch die Propheten des Alten Testaments und durch den Messias verurteilt. „Wir hatten uns alle verirrt“, sagte der Prophet Jesaja und diese Verirrung besteht in der Politisierung des Judentums, das die Zionisten als Religion und Staat sehen, wo hingegen Gott für die ganze Menschheit Glaube und Reue wollte. Deshalb hatte der Messias gesagt:
„Mein (geistiges und weltweites) Reich ist nicht von dieser (politischen und engstirnigen) Welt“ (Johannes 18,36).
Die zionistischen Juden von heute folgen dem Weg ihrer Vorfahren und verirren sich in der Illusion des Zionismus. Nach der Besetzung Palästina träumt die Mehrheit der Israelis immer noch vom Gross-Israel, einem israelischen Weltreich das sich vom Nil bis zum Eufrat erstrecken würde. Die Tragödie des Nahen Ostens ist durch den Zionismus verursacht worden und stellt im 20. Jahrhundert eine Wiederholung der Tragödie Jesus der Messias dar, der den Zionismus bis zum Kreuz anklagte.
Das zionistische Übel hatte auch die Apostel Jesu getroffen. Sie erwarteten wie alle anderen Juden einen militärischen Messias, der die Führung einer zionistischen Befreiungsbewegung übernehmen und einen expansionistischen, gewaltigen und bewaffneten Kampf gegen die Römer und die benachbarten Länder auslösen würde. Das Ziel dieser messianisch-militärischen Bewegung wäre die Errichtung des zionistischen Weltreiches gewesen. Deshalb, weit davon entfernt zu ihnen von einer militärischen Ehre zu sprechen, bereitete der Messias sie schrittweise auf den Gedanken seiner Kreuzigung vor: Er ersetzte somit ihren politischen und rassistischen Ehrgeiz durch die geistige Vorstellung des Heils.
In der Tat, nachdem Jesus sich vom Glauben der Apostel an ihn als Messias vergewissert hatte, offenbarte Er ihnen durch die Ankündigung seines Todes sein geistiger, nicht politischer Messianismus:
„Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen“ (Matthäus 16,21).
Die spontane Reaktion der Apostel war Enttäuschung: Petrus lehnte diese nicht-politische Anschauung ab und sagte sogleich:
„Das soll Gott verhüten. Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!“ (Matthäus 16,22)
Aber der Messias tadelte ihn und wiederholte weiterhin vor den Aposteln, dass er gekreuzigt und getötet werden müsse (Matthäus 16,23 und Lukas 9,22 / 9,44-45).
Der zionistische Geist war so sehr in die jüdische Mentalität eingedrungen, dass sogar die Apostel selbst eine unglaubliche Mühe hatten, ihn loszuwerden. Das Evangelium erwähnt, dass Jesus nach seinem Tod und seiner Auferstehung zweier seiner Jünger erscheinen musste, um ihnen die Prophezeiungen des Alten Testamentes über sein Leiden zu erklären. Er sagte ihnen:
„Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Moses und allen anderen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht“ (Lukas 24,25-27).
Der Messias ist durch das Tor des Martyriums in seine Herrlichkeit - eine geistige, nicht weltliche und auch nicht politische Herrlichkeit - eingegangen. Das Martyrium für die Gerechtigkeit ist in Gottes Augen eine Ehre und eine Würde und nicht eine Schande wie es einige denken. Der Messias hat das Martyrium nicht verachtet und derjenige, der darin eine schändliche Tat sieht, ist nicht vom Heiligen Geist Gottes geführt. Die Apostel haben lange Zeit gebraucht, um diese Denkweise zu verstehen und einige schämten sich vor dem, was der Hl. Paulus in seinem Brief als der „Skandal des Kreuzes“ bezeichnete (Galater 5,11).
Viele haben Jesus wegen seiner Kreuzigung verachtet. Die Apostel hingegen waren nicht verlegen wegen seines Todes, denn der Messias erklärte ihnen nach seiner Auferstehung den tiefen Sinn des Kreuzes. Sie haben dann die Absicht Gottes und seine Weisheit verstanden und haben sich dieser gefügt. Paulus schreibt in seinem ersten Brief an die Korinther:
„Wir dagegen verkündigen den Messias als den Gekreuzigten: für Juden ein Skandal, für Heiden eine Torheit“ (1 Korinther 1,23).
Durch den Tod Christi wollte Gott ein Kriterium des Glaubens aufstellen, um die wahren Gläubigen von den Zionisten zu trennen. Diese lehnten es ab, ihm zu folgen, weil sie zu sehr an der Politik und den materialistischen Ehren hingen. Im Koran gibt es einen Hinweis auf diejenigen, die an den Messias glaubten, ihm aber nach seinem Tod nicht mehr folgten. Sie hatten nämlich verstanden, dass er ihre Vorherrschaftsträume nie erfüllen würde:
„Unter den Leuten der Schrift gibt es einige, die an ihn (den Messias) vor seinem Tod glaubten. Am Tag der Auferstehung wird er gegen sie Zeugnis ablegen“ (Koran 4; Die Frauen‚159).
Dieser Vers zeigt deutlich, dass der Messias wirklich getötet wurde.
Wenn dies die Haltung der Leute der Schrift, der Juden, der Schriftgelehrten und Pharisäer, die bereits in die Prophezeiungen über den gekreuzigten Messias eingeweiht waren, wieviel mehr musste Gott die Araber jener Zeit schonen, die unfähig waren die Tatsache des Kreuzes aufzunehmen. Die Araber der vorislamischen Zeiten konnten sich einen anscheinend besiegten, ans Kreuz genagelten Messias weder vorstellen noch konnten sie ihn akzeptieren. Dies gilt umso mehr, weil er von Menschen gekreuzigt wurde, von Juden, die seine Zeugen hätten sein sollen.
Warum musste der Messias getötet werden? Um den zionistischen Geist in der Mentalität seiner Anhänger abzuschaffen. Als sie Jesus, an den sie als Messias glaubten, am Kreuz sahen, begriffen sie, dass der Zionismus ein Irrtum und eine Illusion ist, die sie definitiv aufgeben mussten.
Wäre der Messias nicht gekreuzigt worden, hätten die Jünger ihr Irrtum nicht eingesehen und hätten weiter die Errichtung des zionistischen Reiches Israel von ihm verlangt. Durch sein Kreuz hat Jesus dem zionistischen Konzept ein Ende gesetzt.
Jesus ist der Retter denn Er rettet alle, die an Ihn glauben, nicht nur von den zionistischen Ketten sondern auch von jedem ähnlichen illusorischen Ideal, von jeder materialistischen Mentalität, auch wenn sich diese hinter einem religiösen Anschein verbirgt. Dies ist der Fall beim politischen und nationalistischen Islam und Christentum. Jeder Versuch eine Religion – oder alle Religionen – zu politisieren ist ein anderer Zionismus, der sich unter einem anderen Namen verkleidet. Der Vatikan, der sich im Jahr 1929 als „Staat“ proklamierte, ist wie der Zionismus in dieselbe Falle gelaufen.
Wie bereits erwähnt, war es unmöglich für die Araber der vorislamischen Zeiten die Botschaft eines anscheinend besiegten Messias zu verstehen. Deshalb stellt ihnen der Koran - als guter Pädagoge - die evangelischen Wahrheiten und Ereignisse nur stufenweise vor. Man muss sich auch daran erinnern, dass zu jener Zeit die Araber, den Menschen ausgehend von seiner körperlichen Kraft, seiner Tapferkeit und seiner Tüchtigkeit im Umgang mit dem Schwert beurteilten und nicht aufgrund von Eigenschaften wie Zärtlichkeit, Demut und Bereitschaft zum Martyrium für die Gerechtigkeit.
Diese Mentalität herrscht heute noch in vielen Gemeinschaften. Viele haben nichts von der göttlichen Offenbarung gelernt und verachten weiterhin die Demütigen und Sanftmütigen, die als schwach angesehen werden. Eine solche Haltung ist bezeichnend für den zionistischen Geist, welcher Jesus auf einem demütigenden Kreuz besiegt hat.
Der Koran bereitete die Araber mit viel Geschicklichkeit und Feingefühl auf das Verständnis der Weisheit des Martyriums Christi vor. Nur ein minuziöser und wohlgesinnter Forscher kann dies entdecken. Der Koran sagt nämlich bezüglich der Juden:
„Sie haben das Bündnis zerrissen und gegen die Zeichen Gottes gelästert, und die Propheten ungerechterweise getötet. Sie haben gelästert, indem sie gegen Maria eine gewaltige Verleumdung vorbrachten. Sie haben gesagt: ‘Wir haben den Messias, den Jesus, Sohn Marias, den Gesandten Gottes, getötet.' Sie haben ihn aber nicht getötet und nicht gekreuzigt, sondern es schien ihnen, sie hätten es getan… Aber Gott hat ihn zu sich erhoben“ (Koran 4; Die Frauen‚156-159).
Gewisse oberflächliche Gläubige beeilen sich, aus diesen Versen zu schliessen, dass der Messias nicht gekreuzigt und nicht körperlich getötet wurde. Von ihrem Enthusiasmus hingerissen, stürzen sie sich in einen ernsthaften Angriff gegen das Evangelium, das die Kreuzigung Christi beschreibt, und behaupten, es wurde gefälscht. Durch ihre übereilten Schlussfolgerungen widersprechen sie dem Koran, welcher stets seine Bestätigung des Evangeliums unterstreicht. Wenn diese Leute sich Zeit genommen hätten, um in aller Stille und ohne Fanatismus den Koran nachzuschlagen, hätten sie entdeckt, dass dieser in einem anderen Vers vom Tod des Messias spricht.
Hier kommen die Wichtigkeit der Erforschung der Einheit der Offenbarung und die Notwendigkeit einer Vertiefung des koranischen Studiums zum Ausdruck, wenn man die göttliche Absicht erfassen will. Somit, geführt von einem „erleuchtenden Buch“, werden wir die Irreführung der wortwörtlichen Interpretation, die uns von der göttlichen Absicht entfernt, meiden können. Der Koran selbst ermutigt uns durch eine klare Aussage über den Tod Christi diesen Weg zu folgen. Der Messias als Kind sagt diesbezüglich:
„Friede ist über mir am Tag, da ich geboren wurde, am Tag, da ich sterbe, und am Tag, da ich zum Leben auferweckt werde“ (Koran 19; Maria‚33).
Der Koran spricht also vom Tod und von der Auferstehung Christi und bestätigt hiermit das Evangelium. Gewisse oberflächliche Gläubige meinen, diese Verse würden sich auf die Wiederkunft Christi am Ende der Zeit beziehen. Erst dann werde er getötet werden. Die göttliche Offenbarung erbringt keine Basis für solche Hirngespinste. Wir verstehen nicht, weshalb die „Gläubigen“ die Vorstellung des Todes Christi am Ende der Zeit akzeptieren, sie aber ablehnen für die Zeit seines ersten Kommens. Der Koran erwähnt den Tod Christi auch im folgenden Vers. Jesus spricht zu Gott nach seinem Tod und sagt bezüglich der Juden, die ihn nach seinem Tode ablehnten:
„Ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte. Nachdem du mich abberufen hattest, warst du es, der auf sie aufpasste. Du bist über alles Zeuge“ (Koran 5; Der Tisch‚117).
Wir haben bereits gesehen, dass der Koran die Leute der Schrift (die Juden) verurteilt, die nach dem Tode Jesus nicht mehr an ihn glaubten:
„Unter den Leuten der Schrift gibt es einige, die an ihn (den Messias) vor seinem Tod glaubten. Am Tag der Auferstehung wird er gegen sie Zeugnis ablegen“ (Koran 4; Die Frauen‚159).
Der Tod des Messias ist auch im folgenden Vers erwähnt, in welchem bezüglich der Juden gesagt wird:
„Sie ersannen Listen gegen Jesus (d.h. um ihn zu töten) allein Gott überlistete sie, denn Gott übertrifft die Listigen an Klugheit. Gott sprach zu Jesus: ‘Ich will Dich, den Tod der Menschen sterben lassen (Mutawaffica), Dich zu Mir erheben und Dich von den Lästern (der Juden, die dich ablehnen) befreien. Die, welche Dir folgten, will ich über diejenigen, die nicht an dich glaubten, bis zum Auferstehungstage setzen“ (Koran 3; Sippe Imrans‚55-56).
NB: Auch hier wird das arabische Wort „Mutawaffica“, welches bedeutet „Ich will Dich, den Tod sterben lassen“ schlecht übersetzt und wiedergibt oft den Sinn „ich will Dich zu mir zurückrufen“. Das ist falsch. In der Tat bedeutet dieses Wort ein physisches Sterben, eine körperliche Hinrichtung.
Wie kann man eine Übereinstimmung finden zwischen den Versen in welchen Gott vom Tode Jesu und Jesus selbst von seinem Tode spricht, und derjenigen in der Sure der Frauen‚158, die besagt:
„Sie haben ihn aber nicht getötet und nicht gekreuzigt, sondern es schien ihnen, sie hätten es getan.“
Widerspricht sich denn die koranische Offenbarung? Sicherlich nicht.
Diejenigen, die sich an die wortwörtliche Interpretation halten stolpern darüber und wie es der Koran bezüglich derjenigen sagt, die Gott nach dem Buchstaben verehren:
„Sie fallen auf ihr Gesicht, in dieser Welt und im Jenseits. Das ist ein offensichtliches Verderben“ (Koran 22; Die Wallfahrt‚11).
Wenn wir uns bis zur göttlichen Absicht in der Offenbarung erheben – um im Geiste und nicht wortwörtlich zu verstehen - werden wir im Vers 158 der Sure der Frauen (Koran 4) keine Verneinung der Kreuzigung und des körperlichen Todes Christi sehen. Die göttliche Absicht besteht darin uns klar darzustellen, dass die Juden die den Messias hinrichteten, dadurch seiner Mission kein Ende gesetzt haben. „Es schien ihnen“, sie könnten seine Mission in der Wiege ersticken. Aber nach seinem Tod hat sich seine Botschaft wie Feuer im Stroh verbreitet bis ans Ende der Welt.
Die Juden fürchteten die Botschaft des Messias, die dem Zionismus entgegengesetzt war noch mehr als seine Person. Und siehe da, diese Botschaft, die sie durch seine Hinrichtung treffen wollten, verbreitet sich in der Welt, gerade wegen dieser Kreuzigung. Somit hat Gott „der die Listigen an Klugheit übertrifft“ über die List der Juden triumphiert (Koran 3; Sippe Imrans‚55-56).
Gewisse Leute denken, Gott habe die zionistischen Juden überlistet, weil er den Messias zu sich erhoben hat und ihm somit die Hinrichtung ersparte. Diese Interpretation widerspricht aber der biblisch-koranischen Offenbarung. Wir können sie deswegen nicht akzeptieren. Wir glauben, Gott habe diese Ungläubigen überlistet, weil der Tod des Messias die Niederlage des Zionismus bedeutete. Gott hat den Messias nach seinem Tod auferstehen lassen und ihn zu sich erhoben; die Juden hingegen dachten, sie hätten ihn in die Tiefen der Hölle gestürzt. Der Triumph Gottes über die Juden hört mit der Erhebung Christi nicht auf. Der Schöpfer beschämt sie noch mehr, indem er die Jünger des Messias auf Ewig über sie erhebt:
„Gott sprach zu Jesus: Die, welche dir folgten (die gläubigen Juden), will ich über diejenigen die nicht an dich glaubten (die zionistischen Juden) bis zum Auferstehungstage setzen“ (Koran 3; Sippe Imrans‚56).
Es gibt keine Rechtfertigung für diejenigen, welche die Kreuzigung des Messias unter dem Vorwand leugnen, ihn damit ehren zu wollen. Das Martyrium für die Sache Gottes ist keine Schande. Gott, im Koran, antwortet all jenen, die meinen, sie würden ihn durch das Leugnen der Kreuzigung Christi ehren:
„Sage ihnen (Mohammed): Wer könnte es Gott verwehren, wenn er den Messias, den Sohn Marias, mit seiner Mutter, samt allen Erdbewohnern vertilgen wollte?“ (Koran 5; Der Tisch‚18)
Wie wir es bereits sahen, offenbart uns die Bibel durch den Prophet Jesaja bereits 8 Jahrhunderte vor Jesus, dass Gott entschlossen war den Messias zu vertilgen:
„Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen… Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen Knecht“ (Jesaja 53,8-10).
Unsere Überzeugung ist fest: Niemand kann es Gott verwehren, denn er handelt nach seinem Plan und seiner Weisheit, die meistens von den Menschen unverstanden bleibt. Gott hat wirklich den Messias körperlich ausgetilgt wie es im Alten Testament prophezeit wurde und wie es der Messias selbst im Evangelium lehrte. Der Koran bescheinigt es nur. Wenn Gott jedoch der Messias körperlich austilgen wollte, so war es mit dem Ziel, ihn geistig und ewig zu verherrlichen. Dies wird sich durch die baldige und endgültige Zerstörung des heute im Staat Israel verkörperten Zionismus vollbringen.
Der Glaube der Messias könne nicht getötet werden ist mit dem Glauben an einen politisch und materiell verherrlichten Messias gleichzustellen. Dies ist eine andere Form des Zionismus. Der Messias musste durch den Tod gehen, um die Mentalität der Menschen guten Willens, die in den Zangen des Materialismus gefangen waren, zu ändern.
Nach diesen Überlegungen ergibt sich eine einfache und wahrhafte Schlussfolgerung: Der Glaube an die Kreuzigung des Messias widerspricht nicht dem Koran, wenn dessen Verse geistig interpretiert werden, nach unserem für allen offenbarten Büchern gültigem Prinzip. Hingegen zwingt die Verneinung der Kreuzigung des Messias die Interpreten des Korans, verkrampfte Erklärungen zu suchen, um sie den koranischen Versen, die vom Tode Christi sprechen, zu adaptieren. Sie widersprechen schlussendlich dem Evangelium, anstatt es zu bestätigen, wie im Koran vorgeschrieben. Diese schuldige Haltung ist weder „das beste Argument“ noch der vom Koran vorgeschriebene „Gerade Weg“.
Der Märtyrertod ist für Gott eine unendliche Ehre: Niemand wird sie dem Messias Jesus, der erste der Märtyrer, entreissen können. Derjenige, der diese Wahrheit begreift wird nicht mehr vom Messias die „Schande“ des Kreuzes entfernen wollen. Für Gott zu sterben bedeutet ewiges Leben, wie es der Koran offenbart:
„Sag nicht von denen, die um der Sache Gottes willen getötet werden, sie seien tot. Sie sind vielmehr lebendig. Aber ihr versteht es nicht“ (Koran 2; Die Kuh‚154).
Der Koran bleibt seiner eigenen Logik treu. Er betrachtet die Märtyrer für Gott nicht als tot, sondern als lebendig. Deshalb, in Übereinstimmung mit seinen eigenen Prinzipien, hält er sich nicht am Tode des Messias auf, sondern erklärt ihn als Märtyrer auf ewig lebendig. Die Juden haben ihn nicht getötet, denn Gott „der die Listigen an Klugheit übertrifft“ hat ihn auf ewig lebendig gemacht aber „sie verstehen es nicht“. Der Koran sagt dazu:
„Du darfst nicht meinen, dass diejenigen, die um Gottes willen getötet worden sind, wirklich tot sind. Nein, sie sind lebendig und ihnen wird bei ihrem Herrn himmlische Speise beschert“ (Koran 3; Sippe Imrans‚169).
Wir, die wir an die Kreuzigung, den Tod und die Auferstehung des Messias glauben, sagen: Der Messias ist lebendig. „Sie haben ihn nicht getötet und nicht gekreuzigt. Aber es schien ihnen.“
1.5. Die Fälschung der Bibel
1.5.1. Die koranischen Beweise der Echtheit der Bibel
Im Laufe der Jahrhunderte haben die Juden das Gerücht der Fälschung der Bibel und besonders des Evangeliums durch die Christen verbreitet. Ihr Ziel war es, die Leute zu überzeugen, dass die Bücher der Propheten auf die sich die Christen stützen, um an Jesus als Messias zu glauben, gefälscht waren und nicht im Alten Testament existierten; jedenfalls nicht in der von den Christen präsentierten Form. Diese hätten also die biblischen Texte manipuliert, um sie an Jesus anzupassen.
Viele haben diese Verleumdung geglaubt und bis heute verbreitet und haben dabei die Bibel und besonders das Evangelium völlig verachtet. Gewisse Araber haben es soweit getrieben, dass sie die Einfuhr des Evangeliums in ihre Länder und Häuser verhinderten. Gleichzeitig öffneten sie aber ihre Türen für unmoralische Bücher und Zeitschriften.
Die Behauptung, die Bibel sei gefälscht, ist ein vom Teufel inspirierter Irrglaube. Er ist nämlich derjenige, der
„böse Gedanken und Neigungen in das Herz der Menschen einschmeichelt“ (Koran 114; Die Menschen‚5-6).
Wir finden im Koran keinen einzigen Vers, der die Gläubigen vor der Fälschung der Bibel warnt. Im Gegenteil der Koran ist da, um die Bibel zu bestätigen (Koran 4; Die Frauen‚47). Könnte der Koran einen gefälschten biblischen Text bestätigen?
Wie könnte der Koran eine Warnung gegen die Bibel enthalten, wenn die Offenbarung ein und dieselbe ist? Gott ist Allmächtig um seine Offenbarung zu schützen und kann es nicht erlauben, dass ein offenbartes Buch gefälscht wird. Wie könnten wir uns sonst auf ein „erleuchtendes Buch“ stützen, um den richtigen Weg zu gehen? Und welche Bezugnahme hätten wir dann? Derjenige, der die Bibel verleumdet, verleumdet gleichzeitig der Koran, der die Echtheit der Bibel bestätigt.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der koranischen Offenbarung und viele traditionellen Muslims besteht darin, dass der Koran die Bibel bezeugt, während die Letzteren sie verleumden. Der Koran sagt:
„Denjenigen, denen wir (Gott) die Schrift (die Bibel) gegeben haben, lesen sie richtig und glauben daran. Diejenigen aber, die nicht daran glauben, gehen ins Verderben“ (Koran 2; Die Kuh‚121).
Die Erklärung, die von der arabischen Interpretation des Korans „Al-Jalalein“ für den Ausdruck „lesen sie richtig“ gegeben wird, ist die folgende: „Das heisst, sie lesen sie wie sie offenbart wurde.“ Wir billigen diese korrekte Interpretation, die den Verdienst hat die Absicht des Herrn zutreffend zu widerspiegeln.
Das Zeugnis des Korans zugunsten der Echtheit des Alten und Neuen Testaments erübrigt für uns jede weitere Diskussion. Wir fragen uns, wie kann man versichern, an den Koran zu glauben und gleichzeitig behauptet man die Bibel sei gefälscht. Mit ihrer Verleumdung der Bibel beweisen sie, dass sie nicht an den Koran glauben, denn dieser sagt deutlich bezüglich der Bibel:
„Diejenigen, die nicht daran glauben, sind die Verlierer“ (Koran 2; Die Kuh‚121).
Der Koran legt mit folgenden Worten Zeugnis für das Evangelium ab:
„Die Leute des Evangeliums sollen nach dem entscheiden was Gott darin herabgesandt hat. Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Gott herabgesandt hat, sind die Frevler“ (Koran 5; Der Tisch‚47).
Der Koran regt also die Leute des Evangeliums dazu an, entsprechend dem zu entscheiden, was Gott darin zu ihrer Leitung offenbart hat. Ist diese koranische Bescheinigung zugunsten des Evangeliums nicht ein sicheres Zeichen für dessen Echtheit und eine Pflicht danach zu greifen? Trotzdem behaupten viele Juden, Christen und Muslims das Gegenteil. Welches wird das Gericht dieser „Frevler“ wie sie der Koran nennt, sein?
Diejenigen, die behaupten das Evangelium sein „verfälscht“, bezeugen keinen vollkommenen Glauben an den Koran, sondern einen blinden Fanatismus. Diese Leute verbergen in Wirklichkeit hinter einer Maske ihren Hass gegenüber jeder göttlichen Offenbarung. Dieselben Bemerkungen betreffen diejenigen, die den Koran unter dem Vorwand ihres Glaubens an das Evangelium verachten.
Jeder Muslim, der glaubt, das Evangelium sei verfälscht ist gegen den Koran. Und jeder Christ, der den Koran angreift ist gegen den Geist des Evangeliums. Wer immer den Geist des Evangeliums wirklich verstanden hat, kann den Koran nur akzeptieren.
Der Koran stützt sich stets auf die Bibel als eine sichere und treue Bezugnahme. Gott empfiehlt Mohammed sich an die Leser der Bibel zu wenden, wenn er an die göttlichen Worte, die ihm offenbart wurden, zweifelt:
„Wenn du über das, was zu dir als Offenbarung herabgesandt worden ist im Zweifel bist, dann frag diejenigen, welche die Schriften, die früher herabgesandt worden sind, lesen“ (Koran 10; Jonas 94).
Wir hätten gerne gesehen, dass jeder Muslim nach dem Geist des Korans und jeder Christ nach dem Geist des Evangeliums lebt, damit die Ketten des Fanatismus, die zum Verderben führen gesprengt werden. Jeder Muslim sollte den Propheten des Islams zum Vorbild nehmen, der sein Herz nur mit Worten der Frömmigkeit und des Respekts der Bibel gegenüber erfüllte:
„Wir (Gott) haben die Thora herabgesandt, die in sich die Rechtleitung und das Licht enthält, damit die Propheten danach entscheiden… Und wir liessen hinter ihnen Jesus, den Sohn der Maria folgen, damit er bestätige, was vor ihm da war, nämlich die Thora. Wir gaben ihm das Evangelium das in sich Rechtleitung und Licht enthält, damit es die Thora bestätige. Die Leute des Evangeliums sollen nach dem entscheiden, was Gott darin herabgesandt hat“ (Koran 5; Der Tisch‚44-47).
Gibt es einen einzigen koranischen Vers, den der Gläubige ans Evangelium ablehnen kann, unter dem Vorwand, er greife das Evangelium an? Nein, es gibt im Koran keinen Vers, der dem Evangelium und seiner Lehre widerspricht, vorausgesetzt die Interpretation berücksichtigt das „beste“ Argument: d.h. dasjenige, welches das Evangelium bestätigt und nicht widerspricht.
Jede koranische Interpretation, welche dem Evangelium entgegengesetzt ist, ist ein gegen den Koran abgelegtes falsches Zeugnis. Wir sind bestürzt über gewisse Leute, die falsche koranische Interpretationen vorlegen, und dann ihre irrigen Aussagen mit der Behauptung das Evangelium sei gefälscht, rechtfertigen. Diese Rechtfertigung ist noch verwerflicher als das Irrtum selbst. Der Koran selbst denunziert und verurteilt diese Leute.
Wir sind aber ebenso bestürzt über diejenigen, die den Koran mit dem Vorwand, er widerspreche dem Evangelium, ablehnen. Diese Behauptung ist falsch, denn der Koran bescheinigt „und bestätigt das Evangelium“. Weshalb lehnen ihn gewisse Leute, unter einem falschen Vorwand ab? Ist es im Gegenteil nicht ehrlicher und einfacher an den Koran zu glauben, weil er zugunsten des Evangeliums Zeugnis ablegt? Der Koran sagt zu den Leuten der Bibel:
„O Ihr, denen die Schrift gegeben wurde, glaubt an das was wir zur Bestätigung von dem was mit euch ist (die Bibel) jetzt offenbaren (den Koran)“ (Koran 4; Die Frauen‚48).
Deshalb müssen sich die Leute der Schrift bemühen, die koranische Interpretation zu suchen, welche die Bibel, „die mit ihnen ist“ bestätigt. Wenn sie mit Liebe und Weisheit handeln, wird es ihnen gelingen, Einheit zu schaffen und dem konfessionellen Hass ein Ende zu setzen.
Der Koran richtet seine Gebote auch an den Muslimen:
„Ihr Gläubigen, Glaubt an Gott und seinen Gesandten (Mohammed) und die Schrift, die er auf seinen Gesandten herabgeschickt hat (der Koran), und die Schriften, die er schon früher herabgeschickt hat (die Bibel). Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften (Altes und Neues Testament und Koran), seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht glaubt, ist weit abgeirrt“ (Koran 4; Die Frauen‚136).
Es ist nicht unsere Sache, diejenigen zu verurteilen, die nicht an die heiligen Bücher des Alten und des Neuen Testaments in ihrer jetzigen Form glauben. Wir können sie nicht stärker verurteilen als es Gott selbst im Koran tut: „Sie sind weit abgeirrt.“ Wir raten es jedermann an, an den heutigen Text der Bibel zu glauben, weil der Prophet Mohammed dieser Text gekannt hat. Die göttliche Offenbarung im Koran bezeichnet diesen Text, denn die Beweise seiner Echtheit, auch wissenschaftliche Beweise, sind mehrfach und vernichten jede entgegengesetzte Argumentation.
Es gibt hingegen keine wissenschaftliche Beweise für die Fälschung der Bibel. Wenn eine, von der Fälschung der Bibel, überzeugte Person fähig ist, einen wissenschaftlichen Beweis zu erbringen, würde ich ihr dankbar sein und würde ihr Jünger werden.
1.5.2. Die wissenschaftlichen Beweise der Echtheit der Bibel
Gott hat die Bibel nicht offenbart, um sie der Willkür und der Bosheit der Menschen zu überlassen. Hier sind die wichtigsten wissenschaftlichen Beweise aus der modernen Archäologie, die zusammen mit dem Koran, die Echtheit der Bibel bescheinigen:
- Die Rollen vom „Toten Meer“, die im Jahre 1947 in Qumran (in der Nähe des Toten Meeres) entdeckt wurden beweisen die Echtheit des Alten Testaments. Die Wissenschaftler haben diesen Text mit demjenigen, den wir besitzen verglichen und haben ihn als echt deklariert. Diese Texte des 2. Jahrhunderts vor Christus wurden auf das Leder von Geissen geschrieben. Diese Rollen befinden sich im Rockfeller-Museum in Jerusalem. Die internationalen Museen haben Kopien davon.
- „Der Papyrus Rylands“ stammt aus dem Jahre 125 nach Christus und enthält einen grossen Teil des Kapitels 18 des Johannes-Evangeliums. Dieser Text stimmt mit dem heutigen überein.
- Die Papiere genannt „Chester Beatty“ enthalten grosse Teile des Neuen Testaments. Sie stammen aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Dieser Text stimmt auch mit dem Heutigen überein und befindet sich im Michigan Museum (USA).
- Die Bibel genannt „Vaticanus“ stammt aus dem 4. Jahrhundert nach Christus und enthält die ganze Bibel in lateinischer Sprache. Sie befindet sich im Museum des Vatikans.
- Die Bibel genannt „Sinaiticus“ - sie wurde im Kloster St. Katharina im Sinai entdeckt - befindet sich im Britisch-Museum. Es handelt sich um die griechische Bibel, die ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert nach Christus stammt. Sie wurde am Ende des 19. Jahrhunderts durch einen russischen Prinz entdeckt.
- Ein logischer Beweis der Echtheit der Bibel ist der folgende: Die zahlreichen christlichen Konfessionen haben denselben biblischen Text. Dieser Text existiert in verschiedenen Sprachen und stimmt mit den Originaltexten aus der Vergangenheit überein.
- Viele muslimische Gelehrte leugnen die Fälschung der Bibel. Die wichtigsten sind die zwei bekannten grossen (verstorbenen) Scheichs: Afgani und Mohammed Abdo.
Gewisse „Gläubige“ haben das Märchen verbreitet, das Evangelium wäre mit dem Messias in den Himmel erhoben worden und befinde sich deshalb nicht mehr auf Erden. Diesen Leuten stellen wir folgende Frage: Wie kann eine solche Aussage wahr sein, wenn der Koran selbst über diejenigen welche die Bibel lesen sagt, sie „lesen sie richtig“? Wie können sie die Bibel richtig lesen, wenn sie nicht mehr auf Erden zu finden ist?
Diese Hirngespinste sind lächerlich, besonders weil der Koran selbst den Leuten der Schrift empfiehlt nach dem zu entscheiden, was Gott darin offenbart hat. Wie kann Gott im Koran empfehlen nach einem Buch zu urteilen, das nicht mehr existiert?
Wir haben bereits bewiesen, dass der Koran eine arabische Lesung der Bibel ist, die zur Zeit des arabischen Heidentums nur in drei Sprachen existierte, nämlich hebräisch, griechisch und lateinisch. Dies ist ein, aufgrund der Entdeckungen der modernen Archäologie, unwiderlegbarer Beweis der Anwesenheit der Bibel auf Erde zu jener Zeit. Sie wurde also nicht mit dem Messias in den Himmel erhoben. Die archäologischen Befunde, die wir dargelegt haben beweisen es.
Die offizielle muslimische Tradition berichtet auch in den „Diskussionen“ des Propheten Mohammed über ein Ereignis von höchster Bedeutung.
(Diese Diskussionen (Hadith auf Arabisch) sind durch den Gelehrten Bockhari niedergeschrieben worden.)
Nachdem der Engel Gabriel Mohammed erschien und ihm seine Mission verkündete, war er erschüttert. Er verliess sofort seinen gewöhnlichen Meditationsort und erzählte das Ereignis seiner Frau Chadidscha. Um ihn zu beruhigen, führte sie ihn sogleich zu ihrem Cousin Waraka-ibn-Nofal, dem Onkel Mohammeds. Bockhari erzählt, dass Waraka ein zum Christentum konvertierter arabischer Schriftgelehrter war. Er schrieb „das Evangelium auf hebräisch“ nieder. Die Bibel existierte also „auf Erden“, auf der arabischen Halbinsel schon zu Zeiten Mohammeds.
Die in diesem Abschnitt präsentierten wissenschaftlichen und schriftlichen Beweise bestätigen die Echtheit der Bibel und machen den unermesslichen Abgrund zwischen einerseits den Aussagen des Korans und seines Propheten in bezug auf die Bibel und andererseits der Verleumdung gewisser traditionalistischer Gläubiger offenkundig. Wir, unsererseits, vertrauen dem Zeugnis des Korans und seines Propheten zugunsten der Bibel. Und dieses Zeugnis genügt uns.
Gewisse Leute meinen, das Evangelium sei nach der Offenbarung des Korans gefälscht worden. Dies ist das schlimmste Argument. Wir haben soeben die wissenschaftlich unwiderlegbaren Beweise für die Echtheit des heutigen evangelischen Textes vorgelegt. Dieser Text stimmt mit demjenigen, der in der Vergangenheit noch vor Mohammed offenbart wurde, überein. Der Koran bezeugt die Echtheit dieser Texte.
Das „Evangelium“ von Barnabas
Viele Leute im Orient glauben an das Pseudo-Evangelium von Barnabas. Dieses „Evangelium“ ist eine Parodie des Lebens des Messias, die leider von vielen Muslimen angenommen wurde. Aber jeder wahre und treue Muslim sollte dieses „Evangelium“ aus einem einfachen Grund ablehnen, weil Jesus darin nicht als Messias vorgestellt wird, sondern als Vorgänger Christi. Gemäss diesem lügnerischen „Evangelium“ wäre Mohammed der Messias. Hier einige Ausschnitte aus diesem „Evangelium“ (96,1-5):
„Der Priester sagt zu Jesus: Steh auf Jesus, denn wir wollen von dir wissen, wer du bist. Es steht im Buch Moses geschrieben, dass Gott uns den Messias senden wird, der uns über den Willen Gottes informieren wird. Deshalb bitte ich dich, uns die Wahrheit zu sagen. Bist du der Messias Gottes, den wir erwarten? Jesus antwortet: Es ist wahr, dass Gott uns dies versprochen hat, ich bin aber nicht der Messias, denn dieser wurde vor mir geschaffen und wird nach mir kommen.“
Im Kapitel 97,13-17 steht weiter:
„Der Priester sagte dann: Und welchen Namen wird der Messias haben? Jesus antwortete: Der Name des Messias ist wunderbar, denn Gott selbst gab ihm einen Namen als Er seine Seele schuf und Er stellte ihn in eine himmlische Seligkeit. Gott sagte: ‘Warte o Mohammed.' Sein gesegneter Name ist Mohammed.“
Diese Verse stehen in einem offensichtlichen Widerspruch zur göttlichen Offenbarung im Evangelium und im Koran, welche beide bezeugen, dass Jesus wirklich der Messias ist.
Zudem hat Mohammed nie behauptet er sei der Messias oder Jesus sei nicht der Messias. Er hat nie behauptet, er wäre vor Jesus geschaffen worden. Die Lehren des Korans widersprechen diesen plumpen Täuschungen des „Evangeliums“ von Barnabas und bestätigen ausdrücklich, dass Jesus doch der Messias Gottes ist.
Das Ziel der Autoren dieses „Evangeliums“ - das die zionistischen Hand schlecht versteckt - war es eine Trennung zwischen Christen und Muslims hervorzurufen. Dabei haben sie das Prinzip „Trennen um zu Herrschen“ angewendet. Sie haben die Vorliebe der Muslimen für Mohammed ausgenützt, und haben ihn grösser als Jesus dargestellt. Die oberflächlichen Gläubigen sind blind in diese Falle gelaufen und haben die tiefere Dimension des Problems nicht erfasst. Sie haben nicht begriffen, dass sie sich in falsche Zeugen der koranischen Botschaft umwandelten, auf die sie sich jedoch berufen, indem sie den Messianismus Jesus leugneten und ihn auf Mohammed übertrugen.
Spricht der Koran von Fälschung?
Diejenigen, die das Gerücht der Fälschung der Bibel verbreiten, stützen sich auf einige koranische Verse. Sie vergessen aber, dass der Koran sich als Zeuge der Bibel versteht. Wir werden einige koranische Verse, auf die sich die Anhänger der Fälschung stützen, anführen und aufzeigen, dass es die Absicht des Korans ist, diejenigen zu verurteilen, welche die Interpretation der biblischen Verse fälschen und nicht die Verse selbst. Der Koran sagt:
„Wünscht ihr (Muslims) jetzt, dass die Juden wegen euch Gläubige werden? Ein Teil von ihnen horchte dem Worte Gottes (in der Bibel), aber daraufhin, nachdem sie es verstanden hatten, verdrehten sie es wissentlich“ (Koran 2; Die Kuh‚75).
„Diejenigen, denen wir die Schrift gegeben haben, kennen sie, wie sie ihre Söhne kennen. Aber zum Teil verheimlichen sie die Wahrheit, wo sie doch wissen“ (Koran 2; Die Kuh‚146).
Diese schlecht gesinnten Interpreten verdrehten also wissentlich, im vollen Bewusstsein, den Sinn der biblischen Verse, „nachdem sie sie verstanden hatten“: Es handelt sich, um eine Fälschung in der Interpretation des Wortes Gottes. Anderswo offenbart der Koran auch:
„Einige von ihnen verdrehen mit ihrer Zunge die Worte der Schrift, damit ihr meint es stamme aus der Schrift, während es nicht von ihr stammt, und sagen es stamme von Gott obwohl es nicht von ihm stammt. Damit schreiben sie Gott wissentlich Lügen zu“ (Koran 3; Sippe Imrans‚78).
Diese Leute „verdrehen ihre Zunge“, sie verfälschen nicht die biblischen Texte. Wenn sie „ihre Zunge verdrehen“ präsentieren sie falsche Interpretationen - die auf sie zugeschnitten sind - um glaubhaft zu machen, dass es von Gott kommt. Aber „es stammt nicht von ihm“ .
Dies ist unsere Interpretation des oben erwähnten Verses, ein Vers, den gewisse übelwollende Leute „verdrehen“ wollen, um das Evangelium zu verleumden. Der Koran klagt insbesondere die Juden an, solche Tätigkeiten zu verüben:
„Unter denen, die dem Judenturn angehören, verdrehen Worte (der Schrift) von ihrer richtigen Stelle…“ (Koran 4; Die Frauen‚46).
Diejenigen, die „die Worte der Schrift verdrehen“, verdrehen sie vom ursprünglichen, von Gott gewollten Sinn, indem sie eine falsche Interpretation darlegen. Der Koran sagt noch dazu:
„Sie (die Juden) haben den Bund gebrochen und wir haben sie verflucht. Und wir machten ihre Herzen verhärtet. Sie entstellen die Worte der Schrift von der Stelle, an die sie hingehören weg. Und sie vergessen einen Teil von dem, was wir sie gelehrt haben“ (Koran 5; Der Tisch‚13 und 15).
Es ist somit klar, dass die „Entstellung der Worte der Schrift“, die falschen Interpretationen der göttlichen Absicht betrifft.
Der Koran steht aber nicht allein in der Anklage der jüdischen Schriftgelehrten. Im Alten Testament empört sich der Prophet Jeremia aus demselben Grund:
„Wie könnt ihr sagen: Weise sind wir, und das Gesetz des Herrn ist bei uns? Ja, aber der Lügengriffel der Schreiber hat es zur Lüge gemacht“ (Jeremia 8,8).
Die Worte Jeremia sollten näher betrachtet werden, um die darin ausgedrückte Absicht Gottes zu erreichen: die jüdische Schriftgelehrten zu demaskieren, die die biblische Botschaft durch ihre falsche Interpretationen entstellen.
Wir haben bewiesen, dass der biblische Text echt ist. Anders ausgedrückt, stimmt der heutige Text perfekt mit demjenigen überein, der vor Christus bekannt war. Dieser Text wurde durch die Rollen des „Toten Meeres“ bestätigt. Dieser Text war dem Messias und dem Propheten Mohammed bekannt. Es befindet sich darin keine Fälschung; keine menschliche Hand kann ihn fälschen, denn Gott in seiner unendlichen Weisheit will, dass dieser vollständige Text der göttlichen Offenbarung uns überreicht wird. Der Grund dafür ist, dass Gott uns über seinen Heilsplan zugunsten der ganzen Menschheit informieren will, aber auch über den unheilvollen Einfluss des zionistischen Geistes auf die jüdischen Führer und Schriftgelehrten.
In der Tat, haben die Schriftgelehrten zum Zeitpunkt der Niederschreibung der Bibel viele Texte hinzugefügt, die fälschlicherweise Gott zugeschrieben wurden, wie es der Koran unterstreicht. Diese Texte befinden sich heute noch in der Bibel. In seiner Weisheit hat Gott erlaubt, dass sie darin bleiben, um die zionistische Hand, die sie eingeführt hat, um gewisse von Gott nicht gewollten Traditionen zu rechtfertigen, zu offenbaren. Diese Verse wirken wie Parasiten und sind durch den klugen Menschen leicht aufzufinden.
Jesus hat es nicht unterlassen, diese frevelhaften Schriftgelehrten und Pharisäer zu denunzieren:
„Warum missachtet ihr denn Gottes Gebot um eurer Überlieferung willen? Ihr habt Gottes Wort um eurer Überlieferung willen ausser Kraft gesetzt. Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte recht, als er über euch sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen“ (Matthäus 15,3-9).
Man muss unterstreichen, dass die Bibel uns selbst einlädt zwischen dem zu unterscheiden, was göttliche und dem was zionistische Offenbarung ist. Der Gläubige sollte sich nicht von der Bibel entfernen, wegen dieser zionistischen Einschleichung. Im Gegenteil, dieser Zustand sollte die starken und tapferen Herzen dazu bewegen, die Bibel umso mehr auszuforschen, um trotz den Hindernissen die verborgenen Schätze zu entdecken. Auf diese Weise handelten Jeremia, Jesus und Mohammed.
Andererseits ist der tiefe Respekt Mohammeds der Bibel gegenüber ein zusätzlicher und genügender Grund für die Muslimen, um sich ihr zuzuwenden. Denn Gott sagt zu ihm im Koran:
„Sag ihnen (den Arabern, die die Bibel verachteten): Bringt doch eine Schrift von Gott bei, die eher rechtleitet als die beiden (die Thora und das Evangelium), und ich werde ihr meinerseits folgen“ (Koran 28; Die Geschichte‚49).
Welch besseres Zeugnis zugunsten der Bibel könnte man von diesem edlen arabischen Propheten verlangen? Es ist somit klar, dass die Bibel in der Mentalität des Propheten des Islams wirklich von Gott inspiriert ist. Und wir wollen es unterstreichen: Die Bibel in ihrem heutigen Text, denn Mohammed kannte derselbe Text wie heute.
Im oben erwähnten Vers wurde Mohammed von Gott zum Apostel nicht nur des Korans, sondern auch der Bibel gemacht, da der Koran eine arabische Offenbarung der Bibel ist. Deshalb sagt Gott im Koran zu Mohammed, er solle von den Leuten der Schrift nicht verlangen, dass sie ihn als Richter nehmen, denn sie haben Gottes Wort in der Bibel:
„Wie können sie dich zum Schiedsrichter machen, wo sie doch die Bibel haben, in der die Entscheidung Gottes vorliegt?…
Die Leute des Evangeliums sollen nach dem entscheiden, was Gott darin herabgesandt hat. Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Gott herabgesandt hat, sind die Frevler“ (Koran 5; Der Tisch‚43 & 47).
Der Prophet Mohammed lädt alle arabischen Gläubigen ein, den Weg derer zu gehen, die „ihnen vorangegangen sind“ im Glauben, nämlich die treuen Juden und Christen, die durch die geistigen Quellen der Bibel zur Reife gelangt sind. Der Koran sagt:
„Gott will euch seinen Willen mit Klarheit erklären und will euch auf den Weg eurer Vorgänger führen (26)
… Ihr Gläubigen (Araber)! Glaubt an Gott und seinen Gesandten (Mohammed) und die Schrift (der Koran), die er auf seinen Gesandten herab geschickt hat, und die Schriften (die Bibel), die er schon früher herab geschickt hat. Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften, seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht glaubt, ist weit abgeirrt“ (Koran 4; Die Frauen 26 & 136).
Das ist das Gebot des Korans: Nicht nur an Mohammed und an den Koran zu glauben, sondern auch an die Schriften, die Gott vor dem Koran offenbarte: Die Thora und das Evangelium in ihrer heutigen Version. Jeder wahre jüdische, christliche oder muslimische Gläubige kann nur an die Gesamtheit der biblisch-koranischen Offenbarung glauben.
Möge der Allmächtige Gott seine Auserwählten, alle aufrichtigen Herzen, alle Menschen guten Willens um seine einzige und untrennbare Offenbarung herum versammeln, damit sie vor den Mächten des Bösen, die versuchen sie aufzusplitten, eine Einheit bilden.
1.6. Das Leben des Propheten Mohammed
Manche Orientalisten werfen dem Propheten Mohammed die Vielzahl seiner Gattinnen und seiner Kriege vor. Wir werden die Gründe dieses Verhaltens, welches zu unserer Zeit unverständlich und unvereinbar mit einem Propheten scheint, darlegen.
1.6.1. Die Heiraten von Mohammed
Einer der Vorwürfe betrifft Mohammeds Heirat mit Zainab, der Tochter von Schahsch. Zainab war die Frau von Zaid, dem Adoptivsohn Mohammeds. Nach ihrer Scheidung heiratete sie Mohammed. Die Muslime bemühen sich nicht, um die beste Erklärung für diese Heirat zu geben, nämlich diejenige, welche wir später geben werden und welche vollkommen zum Charakter und zum unbescholtenen Leben des Propheten Mohammed passt. In Wirklichkeit sind manche offizielle islamische Interpretationen über diese Hochzeit der Grund für die Abneigung der Orientalisten - und vieler Christen - gegenüber dem Koran und dem Propheten Mohammed. Die gelehrten Muslime interpretieren sie folgendermassen:
„Nach der Heirat von Zainab mit Zaid verweilte der Blick des Propheten auf Zainab und die Liebe zu ihr drang in sein Herz ein“.
Diese Erklärung ist weder gewiss noch definitiv. Sie ist die Frucht einer besonderen Mentalität der arabischen Interpreten der damaligen Zeit. Die Suche im Bereich der Interpretation bleibt aber offen. Im Islam ist sie unter dem Namen „Ischtihad“, was Anstrengung bedeutet, bekannt, denn man muss sich gemäss einer Vorschrift des Korans anstrengen die beste Interpretation zu finden. Das haben wir gemacht und wir glauben sie gefunden zu haben. Nach einer kurzen Darstellung des Lebens Mohammed werden wir darauf zurückkommen.
Mohammed wurde im Jahre 570 unserer Zeitrechnung in Mekka geboren. Er starb am 8. Juni 632. Sein Vater, Abdallah, starb einige Monate vor seiner Geburt und seine Mutter Amena starb als er ungefähr 5 Jahre alt war. Als Waise wurde er von seinem Grossvater, Abd-el-Mutalleb übernommen. Letzterer starb 3 Jahre später, und überliess ihn der Sorge seines Sohnes, Abi-Talib, des Onkels väterlicherseits, der ihn wegen seiner gradlinigen Lebensweise sehr liebte. Abi-Talib ist der Vater von Ali, Mohammeds geliebten Cousin und treuer Lebensfreund. Ali heiratete später Fatima, die Tochter Mohammeds. Abd-el-Mutalleb, Mohammeds Grossvater war eine angesehene Persönlichkeit der Familie Bani-Haschim vom Stamme der Quraisch von Mekka. Er hatte 10 Söhne, Abdallah (Vater von Mohammed), Abi-Talib (der Onkel, der ihn beherbergte und adoptierte), Hamza (der an Mohammed glaubte) und Abu-Lahab (der ihn bekämpfte). Amena, Mohammeds Mutter war die Schwester von Waraka-ibn-Nofal, der bereits erwähnt wurde. Letzterer war der Cousin von Chadidscha, der ersten Gattin Mohammeds. Mohammed verbrachte seine Jugend in Mekka und war bekannt für seine Ehrbarkeit, seine Sittsamkeit und die gradlinige Lebensweise. Er liebte die Einsamkeit und die Meditation und teilte die Begeisterung für das weltliche Leben mit anderen Jungen seines Alters nicht. Die Bewohner Mekkas nannten ihn den „Getreuen“ (arabisch: „amin“) wegen seiner Treue und Ehrlichkeit. Seine Liebe zu Gebet und Meditation führten ihn oft zu Grotten in den Bergen über die Mekka, wo er vor dem Lärm der Stadt floh, um die Suche nach der Geistigkeit zu vertiefen.
Dies hinderte ihn nicht daran am kommerziellen Leben Mekkas teilzunehmen. Er beschäftigte sich mit Handelskarawanen, welche zwischen Jemen und Syrien verkehrten. Mohammed war bei seiner Cousine Chadidscha - die Witwe eines reichen Kaufmanns aus Mekka - angestellt, er führte ihre Handelskarawanen nach Syrien. Sie fühlte sich durch seine Ehrlichkeit zur Zeit der Transaktionen angezogen und sandte ihm Abi-Talib (der Onkel Mohammeds, der ihn beherbergte), um mit ihm über Heirat zu sprechen. Mohammed akzeptierte. Er war 25 Jahre alt und Chadidscha war 40.
Die Heirat war bis zum Ende glücklich. Sie hatten 3 Knaben, die jung starben und 4 Mädchen: Rokaia, Zainab, Om-Chalthum und Fatima, das Lieblingskind Mohammeds.
Während seiner zahlreichen Reisen nach Syrien lernte Mohammed mehrere christliche Mönche kennen, darunter den berühmten Mönch Bohaira mit dem Mohammed eine tiefe Freundschaft verband. Bohaira bewunderte Mohammeds grosse Moral und er sprach oft von den Propheten und vom Messias. Auf diese Art bereitete Gott ihn bereits ohne sein Wissen auf eine grosse Mission vor.
Als Mohammeds Seele im Alter von 40 Jahren durch die innere Schau reif war, offenbarte sich ihm der Himmel. Eines Tages als er allein in einer Grotte nahe Mekkas genannt „Harra“ war, erschien ihm der Engel Gabriel. Als die Vision beendet war, eilte der Prophet beunruhigt zu seiner Gattin Chadidscha und berichtete ihr was geschehen war. Wir wiedergeben die Geschichte wie sie von Bockhari erzählt wurde:
„Gabriel präsentierte sich mir und sagte: Lies (die Bibel). Ich antwortete: Ich kann nicht lesen (Mohammed war ungebildet). Der Engel nahm mich und beschützte mich bis ich meine Ruhe wiederfand, dann sagte er zu mir: Lies. Ich antwortete: Ich kann nicht lesen. Er nahm mich und beschützte mich ein zweites Mal bis ich meine Ruhe wiederfand und sagte zu mir: Lies. Ich antwortete: Ich kann nicht lesen. Er nahm mich und beschützte mich ein drittes Mal bis ich meine Ruhe wiederfand und sagte zu mir: Lies im Namen deines Gottes der alles schuf. Er schuf den Menschen aus Blutgerinne. Lies, denn Gott ist grosszügig. Und der Prophet kehrte mit diesen eingeprägten Worten, mit zitterndem Herzen zu Chadidscha zurück und berichtete ihr alles, was geschehen war. Er sagte zu ihr: Ich fürchtete um meine Person“.
(Diese Verse befinden sich in Koran 96; Das Blutgerinne‚1-3)
Das war Mohammeds erste Vision. Er zitterte davor, wie vor ihm Moses, Jeremia, Daniel und andere Propheten gezittert hatten. Chadidscha entschloss sich, mit Mohammed zu Waraka-ibn-Nofal, seinem Cousin, zu gehen. Dieser war Christ und schrieb die biblischen Texte nieder. Waraka beruhigte ihn indem er sagte, dass diese Erscheinung mit der Botschaft Moses, der biblischen Botschaft, übereinstimme. Bockhari berichtet darüber wie folgt:
„Also begab sich Mohammed mit Chadidscha zu Waraka-ibn-Nofal welcher alt und blind geworden war. Chadidscha sagte zu ihm: Cousin, höre was dein Neffe (Mohammed) dir mitzuteilen hat. Waraka sagte zu ihm: Mein Neffe, was gibt es? Der Prophet informierte ihn über seine Vision. Waraka sagte ihm: Aber das ist das Gesetz Moses, das Gott zu ihm hinunterbrachte. Ach! Könnte ich am Leben bleiben, um an dieser Mission teilzunehmen. Könnte ich am Leben bleiben, wenn dein Volk dich verleugnen wird. Und der Prophet Mohammed rief verwundert aus: Werden Sie mich verleugnen? Er antwortete: Ja, kein Mensch gibt das, was du geben wirst ohne Feinde zu haben. Und wenn das mir gegeben ist, werde ich dich bis zum Sieg unterstützen. Waraka starb bald danach.“
So bezeugte Waraka die Echtheit der Vision und sicherte ihm zu, dass seine Botschaft biblisch war. Die Botschaft ist also eine Einheit und die Mission dieselbe. Diese Tatsache muss hervorgehoben werden.
Die Prophezeiung von Waraka erfüllte sich, denn die Bewohner Mekkas, vom Stamme der Quraisch, bekämpften den Propheten grausam.
Zu Beginn und für lange Zeit glaubte nur eine kleine Gruppe an Mohammed. Chadidscha, seine Gattin, war die erste Gläubige. Die neue Religion, welche in Mekka zu spriessen begann, beunruhigte die Händler von Götzenbildern und die Mächtigen der Stadt, welche die Steuern einnahmen und von den heidnischen Pilgerfahrten, welche dort abgehalten wurden, profitierten. Der monotheistische Glaube bedeutete eine grosse Gefahr für ihren Handel, ihr Vermögen und ihre Vorherrschaft. Sie verwandelten sich in geschworene Feinde Mohammeds und seinen Jüngern und verfolgten sie sehr.
Der Prophet ertrug mutig die schwere Last seiner Mission und geduldete sich, obwohl sie ihm sein Geld und seine Ruhe kostete. Er weigerte sich, sich mit Waffen gegen seine bewaffneten Feinde zu stellen. Er verzichtete sogar darauf, ein Schwert zu tragen, um sich zu verteidigen. Er riet seinen Jüngern aus Mekka zu fliehen und in Äthiopien, einem christlichen Land, Zuflucht zu suchen. Unter seinen Jüngern waren zwölf, die sich zum Negus, dem Kaiser von Äthiopien, begaben. Er empfing sie, bewilligte ihnen das Flüchtlingsrecht und versicherte ihnen einen ruhigen Aufenthalt.
Während zehn Jahren ertrug Mohammed die Verfolgung in Mekka, wo er vergeblich den Monotheismus predigte; er hatte nur eine kleine Anzahl von Getreuen um sich. Die Opposition des Stammes der Quraisch war immer mächtiger bis zur Bedrohung des Lebens Mohammed und seiner Jünger. Es gab verschiedene Mordversuche gegen ihn. Mohammed musste sich schliesslich fügen und aus Mekka fliehen. Er begab sich nach Yathreb, das später den Namen „Medina“ bekam, welches in Arabisch „die Stadt“ bedeutet, d.h. die Stadt des Propheten.
Mohammed verliess die Mekka heimlich während der Nacht, da er von einer Verschwörung ihn zu töten erfahren hatte. Ali, sein Cousin, vertrat ihn in seinem Haus und sogar in seinem Bett, um seine Anwesenheit vorzutäuschen und rettete ihm somit das Leben. In Yathreb beschützten ihn zahlreiche Anhänger und einzig die Juden dieser Stadt waren für ihn eine Bedrohung.
Vor der Flucht nach Medina trafen zwei schmerzliche Ereignisse den Propheten. Es waren der Tod seines beschützenden Onkels Abi-Talib (dies beschleunigte die Verschwörung gegen ihn) und derjenige seiner geliebten Gattin Chadidscha, die Begleiterin seines Lebens und seiner Mission. Sie war seine geistige Stütze gewesen, hatte ihn in seinem Glauben gestärkt und Selbstvertrauen gegeben. Das Todesjahr dieser beiden geliebten Menschen war für Mohammed das sogenannte „Jahr der Trauer“.
Die Leute des Stammes Quraisch, angeführt vom angesehenen Abi-Sifian versuchten Mohammed zu kaufen. Sie sandten eine Delegation zu seinem Onkel Abi-Talib, kurz vor dessen Tod, als er schon in seinem Krankenbett lag, um seine Intervention bei Mohammed zu bewirken. Sie schlugen vor, Mohammed Geld, Ruhm und sogar die Königswürde zu geben unter der Bedingung dem Monotheismus abzuschwören. Sie sagten zu ihm: „Wenn deine Absicht in der Predigt das Geld ist, wir geben es dir. Wir werden unser Geld sammeln, damit du der Reichste unter uns wirst. Wenn du Ruhm willst, werden wir dich als Führer einsetzen und nichts wird ohne deine Einwilligung beschlossen. Wenn du das Königreich willst, machen wir dich zu unserem König; was aber den einzigen Gott betrifft, nein!“
Als er diese Worte hörte, klammerte sich der Prophet noch mehr an seine Mission und sagte: „Bei Gott, wenn ihr mir die Sonne zu meiner Rechten und den Mond zu meiner Linken gebt, um mich zu überzeugen dieser Sache abzuschwören, werde ich es nicht tun.“ Beim Tod seines Onkels Abi-Talib, der versucht hatte zu vermitteln, war die Spannung auf dem Höhepunkt.
Kurz vor seiner Flucht nach Yathreb erlebte Mohammed die mystische Reise, erzählt in der Sure 17 genannt „Die nächtliche Reise“. Diese mystische und historische Erfahrung ist im Leben Mohammeds und seiner Junger sehr wichtig. Sie bildet eine Drehscheibe seiner Mission. In dieser Nacht war Mohammed bei seiner Cousine Hind, der Schwester von Ali, dem Sohn von Abi-Talib. Er sah der Engel Gabriel, der sich ihm vorstellte, um ihn in einer Vision auf einem Pferd mit Namen „Al Barrak“ (der Blitz), zum Berg Sinai zu bringen, dort wo Gott zu Moses sprach. Dann nahm er ihn nach Bethlehem, der Wiege Christi und anschliessend nach Jerusalem der Stadt des Tempels. Von dort erhob er ihn zum Himmel, dann führte er ihn zurück nach Jerusalem wo er sein Pferd wieder nahm, um zu seiner Cousine Hind zurückzukehren. Die Sure beginnt wie folgt:
„Gepriesen sei der, der mit seinem Diener bei Nacht vom heiligen Tempel in Mekka nach dem fernen Tempel in Jerusalem, dessen Umgebung wir gesegnet haben reiste, um ihn unsere Meisterwerke (Zeichen) sehen zu lassen“ (Koran 17; Die nächtliche Reise‚1).
Die Leuten von Quraisch weigerten sich an diese Vision zu glauben. Selbst viele seiner Jünger weigerten sich daran zu glauben und verzichteten daraufhin, ihm zu folgen. Nach dieser Erfahrung stieg der Groll in Mekka gegen Mohammed noch weiter an und die Isolation des Propheten war beinahe vollständig. Am 24. September 622 entschloss sich Mohammed aus Mekka zu fliehen und nach Yathreb, „Al Medina“, zu gehen. Diese Flucht bildet der Beginn des Kalenders der Hedschra (von Higra: Wegfahrt, Flucht, Auswanderung).
Nach seiner Abreise nahm Mohammed mehrere Gattinnen, nicht aus Liebe zu den Frauen, wie es mehrere Orientalisten denken, sondern um die arabischen Stämme durch die Bande der Verwandtschaft zu einigen. Die erste Frau von Mohammed, Sawda, war die Witwe eines seiner Jünger, der nach Äthiopien gereist war, um der Verfolgung zu entfliehen. Sawda war nicht mehr jung und Mutter von mehreren Kindern. Mohammed heiratete sie als Anerkennung und um sie zu schützen und für die Kosten der Kinder aufzukommen, weil sie und ihr Gatte zu seinen ersten Jüngern zählten.
Er heiratete auch Aischa, die Tochter eines seiner ersten Jünger, Abu-Bakr, um die Bande zwischen diesem intimen und treuen Freund und ihm zu festigen. Aischa war nur 7 Jahre alt, aber sie blieb noch zwei Jahre im Hause ihres Vaters, ehe sie ins Haus des Propheten eingegliedert wurde. Während dieser zwei Jahre heiratete er Sawda. Mohammed heiratete auch Hafsa, die Tochter von Omar-ibn-El-Chatab, den zweiten der vier Kalifen, die nach seinem Tod an seine Stelle rückten.
Aus der gleichen Sorge, die arabischen Stämme zu einigen, verheiratete er seine Töchter mit ausgewählten Männern. Osman-ibn-Hafan, einer seiner treuen Jünger, welcher der dritte Kalif wurde, heiratete seine Töchter Rokaia und Om-Chalthum. Ali, sein Cousin, heiratete Fatima, die geliebte Tochter von Mohammed. Er verheiratete seine Tochter Zainab mit Chaled-ibn-El-Walid, einem in einer Schlacht besiegten Offizier, welcher in der Folge gläubig wurde. Mohammed selbst heiratete die Tante von Chaled, um die ehelichen Bande zu verstärken, die Bande, welche die Gemeinschaft der ersten Gläubigen vereinigte. Mohammed heiratete ausserdem zwei ältere Frauen, Zainab und Salma, weil sie Witwen von zwei Märtyrern waren, die während der Kämpfe fielen.
Was die Heirat von Mohammed mit Zainab, der Tochter von Schahsch, betrifft, die früher die Gattin seines Adoptivsohnes Zaid war, haben die muslimischen Interpreten unserer Ansicht nach einen Fehler gemacht, indem sie diese Tat als ein Band menschlicher Liebe präsentierten.
Wir zitieren hier die koranischen Verse zu diesem Thema, und fügen den Kommentar der „Jalalein“ die offizielle, allgemein gültige Interpretation, die wir missbilligen bei. Dann präsentieren wir unsere Interpretation, welche die Grösse der Absicht des Propheten, Zainab zu heiraten, beweist. Der Koran sagt:
„Es gehört sich weder für einen Gläubigen noch für eine Gläubige ihrer eigenen Wahl zu folgen, wenn Gott oder sein Apostel anders entschieden haben. Jeder der Gott oder seinem Apostel nicht gehorcht ist in einer offensichtlichen Verwirrung“ (Koran 33; Die Verbündeten‚36).
Interpretation der „Jalalein“:
Dieser Vers wurde bezüglich Abdallah-ibn-Schahsch und seiner Schwester Zainab offenbart. Der Prophet hatte die Absicht Zainab seinem Adoptivsohn Zaid zur Frau zu geben. Aber Zainab und Abdallah waren enttäuscht, als sie von der Absicht Mohammeds erfuhren, sie hatten geglaubt, dass Mohammed selbst Zainab heiraten wollte und sie nicht seinem Adoptivsohn geben wollte. Sie unterwarfen sich dennoch dem Urteil des Propheten nachdem dieser Vers inspiriert wurde:
„Jeder der Gott oder seinem Apostel nicht gehorcht ist in einer offensichtlichen Verwirrung“ (Koran 33; Die Verbündeten‚36).
Der Prophet verheiratete Zainab und Zaid, aber in der Folge liess er seinen Blick auf ihr ruhen und sein Herz entflammte in Liebe zu ihr und Zaid begann sie zu hassen. Er sagte zum Propheten: „Ich will mich von ihr scheiden lassen.“ Aber der Prophet sagte zu ihm: „Behalte deine Gattin in deiner Nähe.“
Unsere Interpretation:
Der Prophet Mohammed erlebte keine leidenschaftliche Liebe zu Zainab. Dies ist der Grund weshalb er Zaid die Scheidung verweigerte, umso mehr, als er selbst Zainab und ihren Bruder zu den Hochzeitsfeiern von Zainab und Zaid eingeladen hatte. Diese fand trotz des anfänglichen Einwandes von Zainab und ihrem Bruder statt. Sie akzeptierten erst nach der Eingebung des Propheten. In der Folge brachte die Absicht von Zaid sich scheiden zu lassen den Propheten in grosse Verlegenheit und setzte Zainab der Ehrlosigkeit und der Niederträchtigkeit aus. Die Leute hätten gesagt: „Der Sohn des Propheten hat sie verstossen“. Dies bedeutete für sie den gesellschaftlichen Bann mit der Konsequenz des Grolls zwischen dem Propheten und den Leuten der Familie von Schahsch. Mohammed blieb nur ein Ausweg: Zainab selbst zu heiraten, damit man sagte: „Mohammed hat sie geheiratet.“ Dies erhöhte ihre Würde, anstatt sie zu erniedrigen.
Mohammed fürchtete dennoch das Unverständnis der Gesellschaft. Viele würden sagen, dass er die Gattin seines Sohnes zur Frau nahm. Das ist der Grund, weshalb er versuchte, die Scheidung zu verhindern. Wäre er in sie verliebt gewesen, hätte er die Scheidung geschätzt und sogar gewünscht.
Zaid war ein Sklave, ehe er Mohammed kennenlernte. Letzterer hatte ihn befreit, ehe er mit seiner Mission begann und in der Folge glaubte Zaid an den Islam. Es wurde ihm also zweifache Gnade erwiesen: Jene der Befreiung und jene des Glaubens. Deshalb fährt der Koran fort, indem er zu Mohammed sagte:
„Du sagst diesem Mann (Zaid), dass Gott ihn beschenkte (durch den Islam), und dass du ihn beschenktest (durch die Befreiung): Behalte deine Gattin für dich und fürchte Gott. Und du versteckst in deinem Herzen was Gott sieht“ (Koran 33; Die Verbündeten‚37).
Interpretation der „Jalalein“:
„Du versteckst in deinem Herzen“ die Liebe zu Zainab und die Absicht sie zu heiraten, falls Zaid sich von ihr entfernt.
Unsere Interpretation:
Der Prophet versteckte in seinem Herzen nicht die Liebe zu Zainab, sondern das Bewusstsein, um die Ernsthaftigkeit der Situation. Er realisierte, dass er im Falle einer Scheidung Zainabs gezwungen wäre sie selbst zu heiraten, um sie nicht zu entehren. Zudem würden die Leuten seine tiefe Absicht nicht verstehen und diese Tat falsch interpretieren. Sie würden denken, dass er sie aus Liebe heiratet. Einige denken das heute noch. Deshalb bewegte Gott Mohammed nach seinem eigenen Gewissen zu handeln, unabhängig von der Meinung der Leute:
„Und du fürchtest die Leute (weil sie sagen werden, dass er die Gattin seines Sohnes geheiratet hat). Es ist vielmehr Gott, den du fürchten musst“ (Koran 33; Die Verbündeten‚37)
Die Interpretation der „Jalalein“ zu diesem Vers:
Heirate sie also ohne dich um die Worte der Leute zu sorgen.
Unsere Interpretation:
Der Prophet muss vor Gott vernünftig handeln und das Gerede der Leute ignorieren. Er muss sein Verhalten auf das Beste ausrichten und nicht Mittel suchen, um den Leuten zu gefallen. Auch wenn diese ihn verleumden werden und sagen werden er habe Zainab aus Leidenschaft geheiratet. Der Prophet muss alles auf das Urteil Gottes setzen, der die versteckte Absicht des Propheten kennt: Zainab zu heiraten, um Zwietracht unter den Arabern zu vermeiden.
Unsere Interpretation passt zum ganzen Leben des Propheten, speziell was die edlen und tiefen Motivationen seiner Heiraten betrifft.
1.6.2. Die wichtigsten Schlachten des Propheten Mohammed
In Medina, die „Stadt des Propheten“, die „Stadt der Lichter“, wie sie in der Folge genannt wurde, hatte Mohammed mehrere Jünger, mit unter anderem den zwei Stämmen „Al Aws“ und „Al Khazraj“. Er hatte nur die Juden als Feinde, die sich mit den Heiden in Mekka verbündet hatten. Deshalb sagt der Koran:
„Du wirst finden, dass die grössten Feinde derer die geglaubt haben, die Juden und die Heiden von Mekka sind, und dass diejenigen, die den Gläubigen (an den Koran) in Liebe am nächsten stehen, die sind welche sagen: Wir sind Christen: Dies deshalb weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt, die nicht hochmütig sind“ (Koran 5; Der Tisch‚82).
Nach der Flucht nach Medina fuhren die Heiden von Mekka, auf Veranlassung der Juden der Stadt fort, Mohammed zu bekämpfen. Bis anhin hatte der Prophet sich geweigert Waffen zu tragen, aber diese Hetzjagd verpflichtete ihn in einer legitimen Verteidigungssituation zu reagieren. Er musste seine Jünger, die erste Gesellschaft der Gläubigen und sein eigenes Leben gegen die Feinde, die Medina angriffen, verteidigen. Jene waren schon ins Haus der Gläubigen in Mekka eingedrungen und hatten sie ins Exil gezwungen. Der Koran weist im folgenden Vers darauf hin:
„Jene, die zu Unrecht aus ihren Wohnungen gejagt wurden, nur weil sie sagten: Unser Herr ist der einzige Gott“ (Koran 22; Die Wallfahrt‚40).
Aus diesem Grund hielt es Mohammed für nötig, sich in Medina zu verteidigen. Die legitime Verteidigung ist nicht nur ein Recht, sondern auch ein Muss und Gott befahl dem Propheten den Kampf:
„Gott erlaubte jenen, welche Ungerechtigkeit ertragen mussten, ihre Feinde zu bekämpfen und Gott ist fähig ihnen den Sieg zu geben“ (Koran 22; Die Wallfahrt‚39).
„Kämpft gegen sie, bis niemand mehr versucht, zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird“ (Koran 8; Die Beute‚39).
Bevor wir von den Schlachten Mohammeds sprechen ist es wichtig zu unterstreichen, dass er gemäss den zitierten Versen des Korans nie die Initiative einer Schlacht selbst ergriff, sondern sich immer in einer Verteidigungssituation befand. Unter gewissen Umständen, wurde Mohammed angeklagt, die Initiative ergriffen zu haben, aber es handelte sich um die Hetzjagd des Feindes im Rahmen eines Kampfes, das ein anderer Kampf beendete.
Die Invasion von Badr
Während dieser ersten Schlacht wurden die Muslime, nur 300 an der Zahl, von den Heiden der Quraisch in Mekka, 1‘000 an der Zahl, angegriffen. Trotz ihrer geringen Zahl triumphierten die Muslime über die Heiden und es war eine grosse Freude und ein grosses Zeichen für sie. Diese Schlacht fand im Jahre 2 nach Mohammeds Flucht (Hedschra) statt.
Die Invasion von Uhud
Die Heiden von Mekka, aufgestachelt durch die Juden von Medina, attackierten Mohammed in Uhud, einem Vorort von Medina. Die Quraischiten, gestärkt durch eine geheime Allianz mit den Juden, wurden durch den Armeechef Chaled-ibn-El-Walid, welcher in der Folge zum Islam übertrat und Zaynab, die Tochter Mohammeds heiratete, angeführt. Diese Schlacht wurde durch die Niederlage der Muslime und den Tod von Hamza, dem geliebten Onkel Mohammeds, beendet. Während dieser Invasion nahm Mohammed die geheime Allianz zwischen den Juden von Medina und den Heiden der Quraisch wahr, und beschloss die Macht der Juden zu beenden.
Die Invasion der Graben
Diese Invasion wurde so genannt, weil ein Graben rund um Medina gezogen wurde, um das Betreten der Stadt durch die Quraischiten zu verhindern. Von neuem ermunterten die Juden die Heiden von Mekka zum Kampf gegen die Muslime. Die Leute von Mekka umzingelten Medina mit der beträchtlichen Stärke von 10'000 Mann. Mohammed hatte auf seiner Seite einen persischen Ex-Kämpfer, Salmen. Er war ein in der Schlacht geübter christlicher Soldat. Er riet Mohammed einen Graben um Medina zu ziehen, damit es den Pferden der Leute von Mekka nicht gelänge in die Stadt einzudringen. Dies rettete Mohammed und die Seinen. Diese Schlacht fand im Jahre 5 der Hedschra statt. Die Leute von Mekka glaubten an einen leichten Sieg und wurden in der Wüste mit kleiner werdendem Proviant und grosser Kälte blockiert. Sie wurden zum Rückzug gezwungen.
Die Invasion von Bani-Qoraiza
Die Invasion ins Dorf der Juden von Bani-Qoraiza folgte der Invasion der „Graben“. Mohammed hatte in der Zwischenzeit das Komplott der Juden, das gegen ihn gerichtet war, und ihre ausschlaggebende Rolle bei der Invasion der „Graben“, aufgedeckt. Mohammed entschied sich, sie zu verfolgen. Die Juden flohen ins Dorf Bani-Qoraiza, wo er sie angriff und vernichtete. Die Überlebenden fanden ihre letzte Zuflucht auf der arabischen Halbinsel in einer jüdischen Festung in der Stadt Chaibar. An diesem Ort spielte sich der letzte Kampf Mohammeds ab.
Nach der Invasion der „Graben“ und von Bani-Qoraiza festigten sich die Grundlagen des Islam auf der arabischen Halbinsel und Mohammed erlebte eine Zeit des Friedens. Die Araber begannen ihn zu fürchten und versuchten friedliche Bande mit ihm zu schliessen.
Der Pakt von Hudaybiyya
Sechs Jahre nachdem Mohammed und seine Jünger Mekka verlassen hatten, wollten sie im Rahmen einer Wallfahrt dorthin zurückkehren. Der Prophet setzte sich an die Spitze eines Friedensmarsches nach Mekka. Sie machten in einem Ort in der Umgebung von Mekka, mit Namen Hudaybiyya, halt. Die Leute von Quraisch verweigerten den Muslimen die Erlaubnis Mekka als Pilger zu betreten. Es wurden Vorbesprechungen organisiert, die im Pakt von Hudaybiyya endeten und auf Grund dessen ein Waffenstillstand von zehn Jahren beschlossen wurde. Dieser Pakt erlaubte den Muslimen, sich das folgende Jahr, wenn auch nur für drei Tage, auf eine Wallfahrt nach Mekka zu begeben.
Die Pilger und Mohammed kehrten also drei Wochen später nach Medina zurück. Der Pakt von Hudaybiyya erlaubte Mohammed seine Botschaft auf der ganzen arabischen Halbinsel zu verbreiten und trug dazu bei, das friedliche Gesicht des Islam offenkundig zu machen. Eine grosse Anzahl von Arabern nahm die monotheistische Religion an und versammelte sich um den Propheten. In dieser Zeit heiratete der grosse Offizier Chaled-ibn-El-Walid Zainab, die Tochter des Propheten, nachdem er die Muslimen in Uhud mit Waffen bekämpft hatte. Mohammed heiratete Maimuna, die Tante Chaleds und stärkte so die Einheit zwischen ihnen.
Die Abgesandten bei den Königen
Als sich die Situation auf der arabischen Halbinsel beruhigt hatte, sandte Mohammed Abgesandte mit einem Brief zu den wichtigsten Königen und bat sie dem islamischen Glauben und seiner Botschaft beizutreten. Die angeschriebenen Könige waren Herakles, der byzantinische König, Xerxes, der persische König, der Negus „Ahmassa“ von Äthiopien und der Chef der koptischen Gemeinschaft in Ägypten. Im folgenden Kapitel werden wir den Inhalt des an König Herakles gesandten Briefes wiedergeben.
Die Invasion von Chaibar
Der Friede hatte sich auf der arabischen Halbinsel verbreitet. Für Mohammed blieb nur noch die von den Juden, welche sich in Chaibar verschanzt hatten, herrührende Bedrohung. Einen Monat nach dem Pakt von Hudaybiyya ging Mohammed selbst an der Spitze einer muslimischen Armee und umzingelte die Stadt und die Festung. Die Muslime schlugen sich tapfer und ohne Angst vor dem Tod im Kampf und triumphierten nach einem erbitterten und ungezähmten Kampf. Das war im Jahre 7 der Hedschra, 629 Jahre nach Christus.
Zehn Jahre nach der Flucht aus Mekka war der Islam auf der ganzen arabischen Halbinsel verbreitet und Muslime und Christen lebten in Frieden. Mohammed hielt einen triumphalen und friedlichen Einzug in Mekka, ohne Widerstand. Er drang durch die Türe der „Kaaba“ ein, und zerstörte dort die Götzenbilder. Er sprach diese Worte:
„Sag noch: Die Wahrheit ist gekommen und die Lüge ist besiegt, weil die Lüge besiegt werden soll“ (Koran 17; Die nächtliche Reise‚81).
Mohammed verzieh seinen Feinden grosszügig - Abi-Sifian und all jenen, die an der Spitze des Widerstandes waren - und versuchte sich nicht zu rächen.
Dieser edle Prophet starb im Jahre 11 der Hedschra, im Jahre 632 unserer Zeitrechnung in Medina, wo sich heutzutage sein Grab befindet.