Der Bibelkurs

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1. Dritte Lektion - Von Abraham bis Isaak (Genesis 12 bis 24)

1.1. Abraham

Abraham lebte 20 Jahrhunderte v. Chr., also vor 4.000 Jahren. Zu jener Zeit war Gott nicht bekannt. Jedes Land hatte seine eigenen Götter. Einer davon war stets den anderen ĂŒberlegen. Polytheismus und Mythologie waren ĂŒberall verbreitet mit Göttern, die je nach dem Land andere Namen hatten. Die Götzenanbetung war ĂŒberall verbreitet. Man betete im Nahen-Osten Statuen aus Holz oder Stein der assyrischen, babylonischen, kanaanitischen usw. Göttern an, so wie in der griechischen Mythologie ganze Heerscharen von Götzen 1500 Jahre nach Abraham angebetet wurden. Die götzenanbetende Reiche (assyrisch, babylonisch, griechisch, römisch) waren dem neu entstehenden Monotheismus völlig entgegengesetzt. Sie bekĂ€mpften ihn mit Wut und verfolgten die ersten GlĂ€ubigen. Man findet eine Wiederholung dieses Kampfes gegen den Monotheismus in den modernen atheistischen Staaten.

Zu Zeiten Abrahams gab es weder Juden noch HebrĂ€er. Abraham war ein Syrer aus Haran und nicht ein HebrĂ€er, wie es die Juden behaupten. Die Schriftgelehrten wollten, mit einem rassistischen Ziel, sich selbst und die ganze Welt von einem historischen Irrtum ĂŒberzeugen, nĂ€mlich, dass sie vor Abraham als hebrĂ€isches Volk existierten. Dieses Volk wĂŒrde aus einem der Söhne Sem, nĂ€mlich Eber stammen. Von dort kommt der Name HebrĂ€er. Einige prĂ€sentieren dieses Volk als Ebers „Rasse“.

Nach der Genesis sind die Söhne Sems: Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram. Man muss unterstreichen, dass diese „Söhne“ Sems Namen von LĂ€ndern tragen. Elam befindet sich im SĂŒden des Irans und seine Hauptstadt war Susa, Assur bezeichnet Assyrien (heutiger Irak), Lud befindet sich vermutlich in PalĂ€stina (Flughafen von Lod in Israel) und Aram ist Syrien. In anderen Worten gehören alle diese Gebiete –da sie den Söhnen Sems gehörten- zum geerbten Besitz der HebrĂ€er und bilden das „Gross Israel“, das heute von den Israelis als Reich begehrt wird. Diese Grenzen befinden sich auf der heutigen israelischen MĂŒnze.

Bewegt durch den Gedanken, das „auserwĂ€hlte Volk“ zu sein wollten die biblischen Schriftgelehrten glaubhaft machen, dass Abraham zur Zeit seiner Berufung bereits ein HebrĂ€er war, einer der „Söhne Ebers“, Nachkommen von Arpachschad (Genesis 11,10-26). Dieser „Eber“ hĂ€tte seinen Namen den HebrĂ€er gegeben (Genesis 11,14). Diese ganze genealogische Geschichte dient dazu, alle HebrĂ€er in der Person von Abraham als auserwĂ€hlt darzustellen. Somit sollte die ganze Welt verstehen, dass alle Juden von allen Zeiten und allen Orten das einzige „auserwĂ€hlte Volk“, die alleinige gewĂ€hlte Rasse, die von Gott ĂŒber alle anderen Rassen erhoben wurde, bilden.

Deshalb haben die Schriftgelehrten mit Feinheit in Gen 14,13 das Wort „der HebrĂ€er Abram“ eingefĂŒhrt. Diese Bezeichnung wird heimlich durch den „LĂŒgengriffel der Schreiber“ eingebracht (Jeremia 8,8) mit dem Ziel, den Juden Rassen- und Sozial-politische-Privilegien zu verleihen. Deshalb erinnert Moses die Juden daran, dass Abraham ihr Vater „ein umherirrender AramĂ€er (ein Syrer)“ war (Deuteronomium 26,5) und nicht ein HebrĂ€er. Man muss nur die Genesis lesen, um ĂŒberzeugt zu sein, dass Abraham und seine ganze Familie samt Gattinnen und Nachkommen Syrer waren. Nirgends spricht die Bibel von einem hebrĂ€ischen Volk, welches vor Abraham existierte
 Die Geschichte auch nicht!

Gott wÀhlte also einen Mann und nicht ein Volk, ein Syrer (AramÀer) und nicht ein HebrÀer aus. Die HebrÀer existierten damals noch nicht.

Gott segnete Abraham und sagte zu ihm: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen“ (Genesis 12,3). Die Rabbiner interpretieren diesen Vers wie folgt: „Durch dich sollen die Juden von allen Geschlechtern der Erde Segen erlangen“. Diese restriktive Interpretation widerspiegelt nicht die Absicht Gottes.
Der Ruf Gottes erging an Abraham als er 75 Jahre alt war und seine Frau Sarai 65. Er befand sich damals in Haran, im Norden Syriens. Gott sagte zu ihm: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft
 in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem grossen Volk machen
“ (12,1-2). Die Rabbiner ĂŒbersetzen „zu einer grossen Nation“ um eine politische, israelische Nuance der Wahl Gottes zu geben.

SpĂ€ter Ă€nderte Gott den Namen Abram in Abraham (Ab=Vater), weil er ihn „zum Stammvater einer Menge von Völkern bestimmt“ (Genesis 17,5) hat. Damit erscheint der universelle Plan Gottes, der alle Menschen einbezieht und nicht zugunsten einer kleinen Gruppe sein soll. Die Juden glauben diese „Menge von Völkern“ zu sein, die in allen Nationen der Erde zerstreut sind, um die Welt zu fĂŒhren. Die Nationen sind die Nachkommen Jafets, die Nicht-Juden. Aus dieser Nachkommenschaft „zweigten sich die Inselvölker in ihren verschiedenen LĂ€ndern ab, jedes nach seiner Sprache und seinen SippenverbĂ€nden in ihren Völkerschaften“ (Genesis 10,1-5). Die „Inselvölker“ sind die Inseln und die LĂ€nder des Mittelmeeres sowie die nicht-jĂŒdische Welt.

Jesus verurteilte der Rassismus der Schriftgelehrten und PharisĂ€er. Seine JĂŒnger verstanden, dass Gott nicht ein „Volk“ wĂ€hlen wollte, sondern eine Gemeinschaft von GlĂ€ubigen bilden, aus welcher der Messias geboren werden sollte. Diese Gemeinschaft hatte die Aufgabe die Menschen, und zwar alle Menschen, auf diesen grossen göttlichen Plan vorzubereiten. Sie sollte dieser Plan des weltweiten Heils nicht fĂŒr sich alleine bewahren.
Die Apostel verstanden, dass alle Menschen die an Jesus glaubten, Söhne Abrahams waren. Diese Kindschaft war nĂ€mlich eine geistige und nicht eine fleischliche. „Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen“ hatte Paulus gesagt (Galater 3,29). Diese gesegnete Nachkommenschaft ist also universell und umfasst alle Nationen und alle Rassen wie es dem Abraham gesagt wurde.

Abraham wurde 2000 Jahre vor Chr. von Gott gerufen. Christus lebte also genau zwischen ihm und uns, Menschen des 20. Jahrhunderts. Gewisse Leute fragen sich, weshalb Gott so lange gewartet hat, um sich zu offenbaren. Es gab ja tausende vor Jahrhunderten vor Abraham! Die Antwort ist die folgende: Durch die ErbsĂŒnde hat der Mensch seine geistigen und psychischen FĂ€higkeiten verloren. Es brauchte viel Zeit bis er durch die vielen Jahrhunderte wieder ein Minimum an FĂ€higkeiten fĂŒr tiefgrĂŒndige Überlegungen entwickelte. Erst dann konnte er einen gewissen Grad an intellektueller Reife erreichen, um zu verstehen, dass Gott Geist ist und einzig und dass man ihn nicht in materiellen Sachen (Sonne usw
) noch in Götzen suchen soll. Auch heute noch sind viele Menschen unfĂ€hig die geistigen RealitĂ€ten und sogar die Existenz selbst eines einzigen Gottes zu erfassen. In sogenannten zivilisierten Gesellschaften herrschen ĂŒberall der Fetischismus und der Aberglauben. Es gibt immer noch polytheistische StĂ€mme in Afrika, Asien, Amerika und Australien. Du wirst erfahren, wie schwierig es ist, in unserem Jahrhundert Gott den Menschen zu offenbaren. Sie mĂŒssen ein Minimum an geistigem Interesse zeigen und eine gewisse moralische Reife erreicht haben, um Gott zu akzeptieren
 oder ihn wegen persönlichen Interessen abzulehnen, nachdem sie ihn erkannt hatten.
Nachdem AndrĂ© Gide sein Leben bereut hatte und seine Liebe zu Gott ausdrĂŒckte sagte er zu Ihm:

„Verzeihung Gott! Ja, ich weiss, dass ich lĂŒge. Die Wahrheit ist, dass ich dieses Fleisch, das ich hasse, noch mehr liebe als Sie.“

Scharen von Menschen denken auf diese Weise.

Abraham ist von Gott gerufen worden sein Land, Syrien, seine Verwandtschaft und das Haus seines Vaters zu verlassen. Er musste von seiner götzendienerischen und polytheistischen Umgebung entfernt werden, um ihn fern von jeder geistigen Kontamination und jedem feindseligen Angriff abzusondern. Gott sandte ihn dorthin wo ihn niemand kannte, um seinen Plan zu vollbringen und seine Weiterentwicklung zu garantieren. Abraham musste sich von der Gesellschaft, die ihn kannte, von seinen Verwandten und Freunden trennen, weil sie eine Gefahr fĂŒr seinen neuen Glauben darstellten. Dies trifft auch zu bei jeder Person, die beginnt Gott und das geistige Leben zu entdecken. Die Materialisten in ihrer Umgebung werden sie bekĂ€mpfen. Hatte Jesus nicht gesagt: „Die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein“ (MatthĂ€us 10,36)? Jeder Mensch, der den Ruf Gottes hört und der sich vom Leben der Seele angezogen fĂŒhlt muss lernen sich loszulösen. Er muss seine eigene MentalitĂ€t von den Bindungen, die die innere Begeisterung dĂ€mpfen, befreien.
Ich habe dir dies bereits in der EinfĂŒhrung und in der „Bewusstseinserfahrung“ erklĂ€rt. Man muss den Mut haben mit jeder Person, welche uns hindert geistig weiterzukommen, zu brechen - auch wenn es ein Mitglied der Familie ist. Der Psalm (45,11) sagt zu der glĂ€ubigen Seele: „Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus (löse dich). Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr, verneige dich vor ihm!“. Und Christus sagt weiter: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wĂŒrdig“ (MatthĂ€us 10,37).

Ich werde jetzt die wichtigsten Punkte dieser Lektion erlÀutern:

1.2. Gott verspricht Abraham und seiner Nachkommenschaft ein Land (Genesis 12,6-7)

Nachdem Gott Abraham sagte, er solle sein Land Syrien verlassen, versprach er ihm, dass er ihn schĂŒtzen und belohnen wird: „FĂŒrchte Dich nicht Abram. Ich bin dein Schild. Dein Lohn wird sehr gross sein“. Diese Aussage befriedigt nicht der Berufene: „Mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kinderlos dahin
“ Und Gott verspricht ihm eine vielzĂ€hlige Nachkommenschaft so wie die Sterne, um ihn zu trösten (Genesis 15,1-6).



Mesopotamien und Nahen-Osten zur Zeit der Patriarchen

Zudem versprach Gott ihm und seinen Nachkommen ein Land, als Kompensation fĂŒr das Land, das sie verlassen hatten: „Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land“ (12,7). Die Schreiber machen plötzlich einen Sprung von der Nachkommenschaft, die Abraham verlangte, zu einem Land, welches weder verlangt noch spezifiziert wurde. Erst spĂ€ter wurde es bestimmt: das Land Kanaan, das Land PalĂ€stina.

Diese geographische Gabe an die Nachkommen Abrahams ist der Ursprung der Vorstellung des „verheissenen Landes“, welches die HebrĂ€er wĂ€hrend den Jahrhunderten fĂŒr sich allein in Anspruch nahmen. Um diese falsche Interpretation zu korrigieren, muss man verstehen, was dieses Land gemĂ€ss Gott wirklich ist und wer die wahren Nachkommen Abrahams sind.

Das von Gott versprochene Land ist kein geographischer Ort. Es ist das Symbol einer höheren und ewigen RealitĂ€t. Es handelt sich um das himmlische GlĂŒck, welches Adam vor seiner Vertreibung aus dem Paradies genoss. Dieses „verheissene Land“ symbolisiert Gott selbst, der einzig fĂ€hig ist, die Seele, die nach Leben und GlĂŒck durstet, zu stillen. Der Schöpfer ist die einzige stabile und sichere Heimat. FĂŒr immer.

Der Hl. Paulus bestĂ€tigt den geistigen Charakter des verheissenen Landes, indem er sagt: „Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte
 als Fremder hielt er sich im verheissenen Land wie in einem fremden Land auf
 Denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat
“ (HebrĂ€er 11,8-10). Diese nicht terrestrische Stadt ist Gott selbst „denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt, sondern wir suchen die kĂŒnftige“ (HebrĂ€er 13,14).

Und bezĂŒglich Nachkommenschaft sind die JĂŒnger Jesus die Nachkommen Abrahams. Paulus unterstreicht dies, wenn er sagt: „Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben (des himmlischen Landes) kraft der Verheissung“ (Galater 3,29).

Gott lud Abraham ein sich in Kanaan niederzulassen, um auf friedliche Weise mit den Bewohnern des Landes zu leben. In der Absicht Gottes sollten sie das Licht des einzigen Gottes in einem Geist der BrĂŒderlichkeit und der Weisheit verbreiten. Das Ziel Gottes war nicht „die Bewohner des Landes zu vertreiben
“, wie es das Buch Numeri sagt (33,55). Diese Art von Versen werden durch Jeremia als lĂŒgnerisch bezeichnet (Jeremia 8,8). Das Ziel Gottes bei der Berufung Abrahams war nie politisch und nationalistisch, sondern geistig und universell.

Als die Juden im 13. Jhd. vor Chr. in PalĂ€stina, nach ihrem Auszug aus Ägypten mit Moses einmarschierten, haben sie sich dort niedergelassen und wollten einen israelischen Staat grĂŒnden. Diese Politisierung des Judentums wurde durch Gott und die Propheten verurteilt.

Die Aufgabe Abrahams war nicht eine Nation, „wie alle anderen Nationen“, zu grĂŒnden, sondern eine geistige monotheistische Gesellschaft bestehend aus alle Nationen zu bilden. Die Botschaft bestand darin, den einzigen Gott zu offenbaren und die Menschheit auf das Kommen des Messias zu vorzubereiten. Die Juden haben den universellen Plan Gottes verzerrt, indem sie das Judentum in einen politischen Zionismus umwandelten.

Als die Schriftgelehrten die Bibel im 10. Jhd. vor Chr. niederschrieben, existierte das Königreich Israel bereits. Sie schrieben also in einem politischen und zionistischen Geist. Die göttliche Offenbarung wurde durch das zionistische Prisma verdreht und die Schriftgelehrten bemĂŒhten sich in die Texte Andeutungen zugunsten ihrer Politik einzufĂŒgen. Die Propheten haben es nicht unterlassen, diese „lĂŒgnerische“ Tat anzuklagen (Jeremia 7,22 / 8,8).

Um den israelischen Staat zu grĂŒnden haben die Juden in der Vergangenheit und auch heute grausame Verbrechen begangen. Die Propheten Michea und Jesaja, 8 Jhd. v. Chr., hatten bereits die HĂ€upter Jakobs und die Richter aus dem Haus Israel angeklagt, „die das Recht verabscheuen und Zion (der Zionismus) mit Blut und Jerusalem (Symbol des jĂŒdischen Staates) mit lauter Unrecht erbauen“ (Micha 3,9-10). „Weh euch, die ihr Haus an Haus reiht und Feld an Feld fĂŒgt, bis kein Platz mehr da ist und ihr allein im Land ansĂ€ssig seid“ (Jesaja 5,8).

Somit kann ein jĂŒdischer Nationalismus nach Ansicht der Propheten nur auf die Ungerechtigkeit aufgebaut werden.

Gideon hatte dies im 12 Jhd. v. Chr. verstanden. Er lehnte es ab, König Israels zu werden, als die Israeliten es ihn fragten: „Ich will nicht ĂŒber euch herrschen, und auch mein Sohn soll nicht ĂŒber euch herrschen; der Herr soll ĂŒber euch herrschen (Richter 8,22-23). Der Prophet Samuel gab auch nicht nach, als die israelischen FĂŒhrer ihn fragten: “Gib uns einen König, der uns regieren soll. Das missfiel Samuel
„ Der Prophet versuchte sie davon abzubringen, “aber das Volk lehnte es ab, auf Samuel zu hören und sagte: „“Nein, ein König soll ĂŒber uns herrschen. Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein„ (1 Samuel 8,19-20). Das Volk sah es ein, dass es eine schwere SĂŒnde tat, als es ein Königreich einsetzte. Sie gaben es gegenĂŒber Samuel zu: “Wir haben all unseren SĂŒnden noch die Bosheit hinzugefĂŒgt, einen König fĂŒr uns zu verlangen„ (1 Samuel 12,19).

Auch Jesus hat ein solches terrestrisches Reich abgelehnt. Deshalb, als er die von seinen Wunder geblendeten nationalistischen Juden kommen sah, “um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König (politisch) zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurĂŒck, er allein„ (Johannes 6,15). Vor Pilatus, der ihn fragte: “Also bist Du ein König?„, antwortete er: “Du sagst es, ich bin ein König
 Mein Königreich ist nicht von dieser Welt„ (Johannes 18,36-37).

Deshalb beweist jeder Christ, der den Juden ein Anrecht auf PalĂ€stina als verheissenes Land anerkennt, dass er nichts von der Botschaft Jesus verstanden hat. Ein Christ, der die GrĂŒndung eines israelischen Staates befĂŒrwortet, ist kein Zeuge Jesus mehr.

Bemerke auch, dass die festgelegten Grenzen dieses “verheissenen„ Landes in der Bibel je nach dem Ehrgeiz und der Begierde der verschiedenen Schreiber wĂ€hrend der Jahrhunderte stark variieren. In Genesis 15,18 erstrecken sie sich vom Nil bis zum Euphrat; in Numeri 34,1-12 geht die Ostgrenze bis zum Jordan und dem Salzmeer, weit weg vom Euphrat
; in Josua 1,4 gehen sie wieder bis zu Euphrat aber enden im Westen mit der Sinai WĂŒste. Sie wagten es sich nicht bis zum Nil zu gehen. WĂ€re Gott der Eingeber dieser israelischen Grenzen gewesen, so wĂ€ren sie nicht so fantasievoll. Gott widerspricht sich nicht.

1.3. Melchisedek (Genesis 14,17-20)

Melchisedek ist eine wichtige Person, die man kennen sollte, denn er symbolisiert, wie es Paulus in HebrĂ€er 7,3 erklĂ€rt, den Messias: “Dieser Melchisedek, König von Salem
 er, der ohne Vater, ohne Mutter (bekannte) und ohne Stammbaum ist, ohne Anfang seiner Tage und ohne Ende seines Lebens, ein Abbild des Sohnes Gottes (Jesus)
„

Lies jetzt die Kapitel 12 bis 50 der Genesis durch. Du wirst darin einige unklare und fĂŒr unsere MentalitĂ€t und unseren GebrĂ€uchen des 21. Jahrhunderts fremde Punkte begegnen. Lass dich nicht davon aufhalten und lies bis zum Ende der Genesis weiter. Im Bibelkurs wirst du alle nötigen ErklĂ€rungen finden. Merke Dir nur wĂ€hrend deiner LektĂŒre, wie Gott eine monotheistische Gesellschaft inmitten von heidnischen Nationen jener Zeit gebildet hat. Er hat stets seine geistige und nicht politische Rolle unterstrichen. Gott hat ausgehend von einem syrischen Mann eine religiöse Gesellschaft gebildet. Er hat nie ein Volk gewĂ€hlt, da dieses zu jener Zeit gar nicht existierte.

Das Kapitel 14 berichtet ĂŒber den Krieg Abrahams, um Lot zu retten. Ich hatte dir erklĂ€rt, weshalb der Vers 13 vom “HebrĂ€er„ Abram spricht, ein von den Schreibern eingefĂŒhrtes Wort, um den Eindruck zu erwecken, die HebrĂ€er existierten seit dem Beginn der Welt. Erinnere dich stets daran, dass der Strahl der göttlichen Offenbarung durch das deformierende Prisma der zionistischen, rassistischen Politik durchging. Um diesen Strahl in seiner Reinheit und in seiner Klarheit wiederzufinden, muss man, wie ich es schon erwĂ€hnt habe, die Bibel von ihrem zionistischen Inhalt und von ihrem unheilvollen politischen Geist befreien, so wie das Gold der Erde durch Feuer gereinigt und wie Weizen vom Unkraut getrennt wird.

Nach dem Triumph Abrahams kommt Melchisedek, um ihn zu gratulieren und zu segnen. Wer ist er? Er ist in der Geschichte nicht bekannt. Die Genesis offenbart nur seine symbolischen ZĂŒge wie es Paulus erklĂ€rt, der ihn als “Abbild des Sohnes Gottes„ sieht (HebrĂ€er 7,1-3). Die Genesis sagt, dass er sowohl König wie auch Priester ist. Er ist König von “Salem„ (Jerusalem) und Priester von “El-EliĂŽn„, ein aramĂ€isches Wort welches “sehr hoher Gott„ oder “höchster Gott„ bedeutet, nĂ€mlich höher und grösser als alle anderen Götter der Mythologie des Nahen-Ostens. Man sollte sich merken, dass es dieser allerhöchste Gott ist, der “Himmel und Erde schuf„ (Genesis 14,19). Den Gott, den Melchisedek anbetete, ist also -unbewusst- der einzige Gott Schöpfer, den wir kennen. Es ist der Gott, der sich an Abraham und spĂ€ter an Moses offenbarte und der in seinem Messias, Jesus von Nazareth, Fleisch angenommen hat.

Melchisedek symbolisiert also Christus, der wie er selbst, gleichzeitig Priester und König ist. Jesus ist Priester, weil er sich selbst - und nicht durch einen anderen Priester- auf dem Altar des Kreuzes in Jerusalem, die Stadt Melchisedeks aufopferte. Er ist auch der geistige König, der König der Herzen, da sein Reich nicht politisch ist, und alle Menschen aller Rassen und Sprachen umfasst. Jesus herrscht auf die GlĂ€ubigen von der himmlischen Jerusalem aus (Offenbarung 21,2). Das irdische Jerusalem, die Stadt “Salem„ des Melchisedeks ist ein Symbol dieser geistigen RealitĂ€t. Sowohl Melchisedek wie auch Jesus herrschen in Jerusalem und bringen ihr Opfer in dieser Stadt dar. Als Gott Melchisedek, als König und Priester von “Salem„ erscheinen liess, wies er auf einen anderen König und Priester hin, der 2000 Jahre spĂ€ter in dieselbe Stadt gekommen ist: Jesus, der ebenfalls jeden Tag den Seinen Brot und Wein als Abendmahl offeriert.

Jesus ist Priester, aber sein Priestertum gleicht nicht demjenigen der Heiden, die nur Tiere fĂŒr Gott schlachteten. Das Priestertum Christi ist wie dasjenige von Melchisedek, der “Brot und Wein brachte„, denn “er war Priester des höchsten Gottes„ erklĂ€rt Gen 14,18. Das Symbol des Brotes und des Weines wurde durch Jesus am Abend seines letzten Ostermahls mit den Aposteln offenbart: Das Brot ist sein auf dem Kreuz zerschlagener Körper und der Wein ist sein Blut, welches auf dem Kreuz gegossen wurde (MatthĂ€us 26,26-29). Das Brot und der Wein Jesus machen also sein Opfer gegenwĂ€rtig. Es ist das Opfer des neuen Priestertums, welches durch ihn fĂŒr das Heil aller GlĂ€ubigen eingefĂŒhrt wurde. Es macht die von der Torah vorgeschriebenen Tieropfer zunichte, welche unfĂ€hig sind, das Herz Gottes zu rĂŒhren: “Das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich SĂŒnden wegnehmen„, sagt Paulus (HebrĂ€er 10,4). SpĂ€ter wird dies klarer werden.

Melchisedek, als König und Priester segnete Abraham, der Inhaber des göttlichen Bundes: “Gesegnet sei Abram vom höchsten Gott (El-EliĂŽn), dem Schöpfer des Himmels und der Erde„ (Genesis 14,19). Merke, dass Abraham im Vers 14,22 seinerseits, auch vor dem König von Sodom, durch “Jahweh, den höchsten Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde„, schwört. Er offenbart somit, dass es nur einen einzigen schöpferischen Gott gibt und dass sein Name nicht “El-EliĂŽn„, der abstrakte und unbekannte “gott„ der Mythologie ist, sondern “Jahwe„ (Wort, welches “Derjenige der ist„ bedeutet), der Gott der Offenbarung, der sich auf persönlicher Weise den Menschen durch ihn, Abraham, offenbarte.

Melchisedek erscheint plötzlich, wie eine Szene ausserhalb der Geschichte. Er unterbricht die ErzĂ€hlung vom Treffen zwischen dem König von Sodom und Abraham. Die ErzĂ€hlung wird spĂ€ter wieder aufgenommen. Auch dies ist symbolisch. Das Geistige bricht plötzlich in unserem irdischen Leben ein und unterbricht den Lauf der Dinge, um sich dem Menschen zu offenbaren und ihn aufmerksam zu machen. Danach fĂ€hrt die Geschichte mit dem König von Salem fort. Er spricht weiter mit Abraham. Das bedeutet, dass der Mensch das tĂ€gliche normale Leben wieder aufnehmen muss, nachdem er das geistige Leben entdeckt hat. Er sollte sich aber bemĂŒhen diese geistige Welt, die sich ihm offenbart hat, nie zu vergessen.

Das erstaunende an dieser Geschichte ist die Tatsache, dass es Abraham, der Inhaber des göttlichen Bundes ist, der dem Melchisedek “den Zehnten von allem„ gibt (Genesis 14,20). Es ist auch Melchisedek, der Abraham segnet. Paulus sagt dazu: “Seht doch, wie gross der ist, dem selbst Abraham
 den Zehnten von allem gab
 jener der den TrĂ€ger der Verheissungen gesegnet hat. Zweifellos wird aber immer der Geringere von einem höheren gesegnet„ (HebrĂ€er 7,4-7). Der Grund fĂŒr die Grösse Melchisedeks besteht darin, dass er das Priestertum des Messias andeutete. Der König David erklĂ€rte diese Andeutung in einem Psalm (offenbartes Loblied) 800 Jahre spĂ€ter. Er wendet sich zum Messias und sagt ihm: “Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks„ (Psalm 110,4).
Melchisedek ist eine geistige Figur von Christus, denn sein Priestertum stellt das Priestertum dar, welches Gott gefĂ€llt. Es besteht in der Anbetung “im Geist und in der Wahrheit„, wie Jesus erklĂ€rte (Johannes 4,23). Es ist kein menschliches Priestertum mit seinen rituellen Kulten und den damit verbunden Handel (priesterliche Kleider, Weihrauch, Schmuck, steife Bewegung usw
). Gott lĂ€sst sich durch ein solches theatralisches Priestertum nicht berĂŒhren. Er griff in die menschliche Geschichte ein, um uns zu offenbaren, dass das anscheinend heidnische Priestertum von Melchisedek in seinen Augen viel wertvoller als die pseudo-religiösen Kulte war. Deshalb offenbarte er, dass das Priestertum des Messias nicht nach demjenigen von Aaron - der jedoch aus Abraham abstammt, wie du es spĂ€ter erfahren wirst - sondern nach demjenigen einer fremden Abstammung sein wird. Dies geschah mit Jesus. Er hat ein Priestertum, welches fĂŒr die Juden fremd war eingefĂŒhrt. Jesus ist Priester, er ist sogar der Hohe-Priester eines neuen Priestertums, wie es Paulus erklĂ€rte (Kap 5-7 seines Briefes an die HebrĂ€er), obwohl er nicht aus dem Stamm Levi war. FĂŒr die Juden konnten nur die Nachfolger Aarons, aus dem Stamm Levi, Priester werden und Tiere aufopfern (Numeri 18). Durch Jesus hat Gott diese menschliche Vorstellung des jĂŒdischen Priestertums umgestĂŒrzt, indem er durch das Kreuz die tierischen Opfergaben annullierte.

Mit dem Buch der Offenbarung (du wirst es spĂ€ter noch sehen) verwirft Gott die rituelle Vorstellung des christlichen Priestertums, indem er ein neues Priestertum einfĂŒhrt. Dieses Priestertum besteht aus all jenen, die an die einzige Interpretation des Buches der Offenbarung glauben, welche Jesus selbst am 13. Mai 1970 offenbarte. (Siehe der Text “Der SchlĂŒssel zur Apokalypse (Offenbarung)„.)

Die Erscheinung von Melchisedek ist kurz und er wird im Alten Testament nur noch einmal erwĂ€hnt (Psalm 110,4). Trotzdem beinhaltet diese rĂ€tselhafte Figur eine sehr wertvolle Lehre. Es ist eine Einladung fĂŒr die mutigen GlĂ€ubigen sich vom traditionellen Kultus, der mit Aberglauben und Fanatismus erfĂŒllt ist, zu befreien. Dadurch gelangen sie zu den höchsten Stufen der geistigen Vereinigung mit Gott durch das Priestertum des Herzens. Dies geschieht nach der “Ordnung Melchisedeks„ und nicht nach einer theatralen jĂŒdischen, christlichen, moslemischen, buddhistischen oder sonstigen menschlichen Ordnung
 Jesus hatte gesagt: “Die wahren Beter werden den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, mĂŒssen im Geist und in der Wahrheit anbeten„ (Johannes 4,23-23).

Dies ist die Lehre von Melchisedek.

Es wĂ€re empfehlenswert an dieser Stelle die Kapitel 5 bis 10 des Briefes an die HebrĂ€er zu lesen. Der Hl. Paulus kommentiert auf wunderbarerweise die Rolle Melchisedeks und erlĂ€utert die Wichtigkeit des neuen Priestertums Jesus fĂŒr das Heil der Menschheit. Es ist das Heil, das Adam und Eva versprochen wurde.

1.4. Der “Bund der StĂŒcke„ (Genesis 15,7-17)

Gott hatte dem Abraham, dessen Frau alt und steril war, ein Land um ihn zu empfangen und eine Nachkommenschaft versprochen. Dieser Sohn kam einfach nicht. Abraham, der schon alt war beklagte sich bei Gott, dass ein Fremder seines Hauses der Erbe sein wird: “Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kindlos dahin und Erbe meines Hauses ist EliĂ«ser aus Damaskus„. Gott sagte ihm aber: “Nicht er wird dich beerben, sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein„. Danach wollte Abraham ĂŒber das Land, welches er bewohnen sollte, nachdem er Haran verlassen wĂŒrde, beruhigt werden: “Woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?„. Er brauchte ein erfassbares Zeichen um speziell zu jener Zeit an ein Wunder zu glauben. Er hatte die Schwierigkeit seiner Aufgabe und des BĂŒndnisses mit Gott verstanden und wollte eine “Unterschrift„ von Gott zu diesem Vertrag. Gott sagte ihm also: “Hol mir ein dreijĂ€hriges Rind, eine dreijĂ€hrige Ziege, einen dreijĂ€hrigen Widder
„; Abraham “brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie (nachdem er sie geschlachtet hatte) und legte je eine HĂ€lfte der anderen gegenĂŒber„ (Genesis 15,1-11).

Um diesen Text besser zu verstehen, muss man wissen, dass zur Zeit Abrahams die Menschen aberglĂ€ubig waren. Nach dem damaligen Brauch wurde ein Vertrag so abgeschlossen: Ein Tier (oder mehrere Tiere, je nach Wichtigkeit des Vertrages) wurde geschlachtet und dann in zwei Teile geschnitten. Die beiden Vertragsleute liefen dann zwischen den beiden Teilen hindurch. Dies bedeutete, dass der Vertrag abgeschlossen war und, dass derjenige der den Vertrag brechen wĂŒrde dasselbe Schicksal erleiden mĂŒsse wie das Tier (oder die Tiere). Dementsprechend wĂŒrde er ebenfalls durch die Götter in der Mitte zerschnitten. Dieser Brauch wurde sogar lange Zeit nach Abraham durch die Juden beibehalten. Der Prophet Jeremia spricht davon im 6 Jhd. vor Chr., also 1.500 Jahre nach Abraham, als er die Untreue der Juden mit folgenden Worten anklagte: “Ich mache die MĂ€nner, die mein Abkommen verletzt und die Worte der Abmachung, die sie vor mir getroffen hatten, nicht gehalten haben, dem Kalb gleich, das sie in zwei HĂ€lften zerschnitten haben und zwischen dessen StĂŒcken sie hindurchgegangen sind. Die Grossen Judas und Jerusalems, die Höflinge, die Priester und alle BĂŒrger des Landes, die zwischen den StĂŒcken des Kalbes hindurchgegangen sind, sie alle gebe ich in die Hand ihrer Feinde„ (Jeremia 34,18-20).

Um darauf hinzuweisen, dass er das Versprechen an Abraham einhalten wird, ging Gott als “rauchender Ofen und lodernde Fackel„ zwischen den geschnittenen StĂŒcken hindurch. Die Genesis schliesst die Geschichte mit den Worten: “An diesem Tag schloss der Herr mit Abram einen Bund„ (Genesis 15,17-18). Gott hatte den Vertrag mit Abraham “unterzeichnet„. Diese Vision war das erfassbare Zeichen, nach welchem Abraham gefragt hatte.

Falls Raubvögel das Fleisch der geopferten Tiere auffressen konnten, war dies ein schlechtes Zeichen fĂŒr den Vertrag. Deshalb sagt die Bibel: “Da stiessen Raubvögel auf die FleischstĂŒcke herab, doch Abram verscheuchte sie„ (Genesis 15,11). Das ist ein weiteres Zeichen fĂŒr dieses erfolgreiche BĂŒndnis. Abraham wird also sein “Land„ und seine Nachkommenschaft von Sarah, seine alte und sterile Frau, haben. Obwohl die Abmachung des BĂŒndnisses -aus menschlicher Sicht- völlig unmöglich schien, “glaubte Abram dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an (wegen seines Glaubens)„ (Genesis 15,6). Der Glaube Abrahams ist ein Licht fĂŒr alle GlĂ€ubigen. Er ermutigte die Apostel und der Hl. Paulus bezieht sich oft darauf und gibt ihn als Beispiel: “Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Daran erkennt ihr, dass nur die, die (an Jesus) glauben, Abrahams Söhne sind„ (Galater 3,6-7).

Diese Geschichte fĂŒhrt uns zu zwei, fĂŒr das VerstĂ€ndnis des Geistes der Bibel wichtige Schlussfolgerungen, die man sich merken sollte:

1) Gott ist pĂ€dagogisch. Er spricht die Sprache des Menschen und respektiert seine MentalitĂ€t. Er erniedrigt sich bis zum Menschen, spricht zu ihm eine menschliche Sprache um verstanden zu werden, und dann erhebt er ihn stufenweise zu seiner göttlichen MentalitĂ€t, welche der Heilige Geist ist. Als er zwischen den beiden StĂŒcken hindurch ging, gab er Abraham ein Zeichen, das dieser auch verstehen konnte.

2) Um einen Propheten zu verstehen, muss man sich in sein historisches und soziales Umfeld versetzen. Dies ist nicht nur fĂŒr die beiden BĂŒndnissen wahr (das alte BĂŒndnis durch die Torah und das neue durch das Evangelium), sondern auch fĂŒr das apokalyptische BĂŒndnis, dasjenige der Endzeit, das letzte BĂŒndnis, die letzte Chance fĂŒr die Menschen sich zu verbessern. Die apokalyptische Botschaft muss mit neuen Augen betrachtet werden. Um sie zu verstehen, muss man sie in das historische und soziale Umfeld seiner Epoche versetzten, nĂ€mlich das 20. und 21. Jahrhundert.

1.5. Ismaël (Genesis 16)

Abraham und Sarai verstanden nicht wie Gott ihnen ein Sohn geben wĂŒrde; denn Sarah war steril und das Ehepaar kannte die Allmacht des Schöpfers nicht. Die beiden waren zudem alt. Das Wunder war noch nicht bekannt.

Zu jener Zeit gab es das Gesetz des Königs Hammurabi welches erlaubte, dass bei einem Fall von Unfruchtbarkeit die legitime Ehefrau legitime Kinder haben konnte, indem ihr Mann mit der Dienerin ging. Das Kind, welches aus dieser ausser-ehelichen Beziehung geboren wurde, war als Kind des verheirateten Ehepaars zu betrachten unter der Bedingung, dass die Ehefrau das Kind bei der Geburt in ihren Armen empfing, um dadurch sein volles EinverstĂ€ndnis zu bezeugen (heute gibt es “LeihmĂŒtter„).

Als Sarai, die scheinbar einen schwĂ€cheren Glauben als ihr Mann hatte, sah, dass sie ihm keinen Sohn geben konnte, drĂ€ngte sie ihren Mann mit der Ă€gyptischen Dienerin Agar zu gehen: “Geh zu meiner Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu einem Sohn. Abram hörte auf sie„ (Genesis 16,2). Dieses Vorgehen wird sich mit Jakob wiederholen, dem Enkel Abrahams, der mit den zwei Dienerinnen seiner Ehefrauen Rahel (Genesis 30,1-6) und Lea (Genesis 30,9-13) ging.

Aus der Beziehung zwischen Abraham und Agar wurde Ismael geboren. Abrahm war damals 86 Jahre alt (Genesis 16,16). Du wirst merken, dass Gott sich nicht beeilt hat dem Abraham einen Sohn durch Sarai zu geben; es ist seine Art die Weiterentwicklung des Menschen bis zur göttlichen Dimension durch die Geduld zu fördern.

Sarai hat also auf ihre Art die Initiative genommen, einen Sohn zu haben. Gott aber hatte seinen eigenen Plan, welcher er nicht Ă€ndern wollte; die Geburt Ismaels hat ihn nicht daran gehindert erneut dem Abraham zu erscheinen um ihm seinen Plan, ein Wunderzeichen, zu offenbaren: “Deine Frau Sarai
 soll Sara heissen. Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben„. Dies erschien dem Greisen zu schön: “Können einem HundertjĂ€hrigen noch Kinder geboren werden, und kann Sara als NeunzigjĂ€hrige noch gebĂ€ren? Wenn nur Ismael vor dir am Leben bleibt!„ sagte Abraham, der “auf sein Gesicht niederfiel und lachte„, vor einer solchen unglaublichen Nachricht. Aber Gott erwiderte: “Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebĂ€ren, und du sollst ihn Isaak nennen. Ich werde meinen Bund mit ihm schliessen„ (Genesis 17,15-19). Dies war die AnkĂŒndigung des ersten Wunders in der menschlichen Geschichte. Der Bund bedeutete, dass der Messias aus der Nachkommenschaft Isaaks kommen werde.

1.6. Isaak (Genesis 17 & 18)

Abraham musste lange auf diesen Sohn, der Gott ihm beim “Bund der StĂŒcke„ versprochen hatte warten. In der Tat, ist Isaak erst 15 Jahre nach dieser Vision geboren.

Bei der AnkĂŒndigung seiner Geburt haben sowohl sein Vater wie auch seine Mutter “gelacht„ (Genesis 17,17 & 18,12). Diese Gelegenheit zum Lachen ist der Ursprung fĂŒr den Namen Isaak (Jitzhac), welcher auf HebrĂ€isch “Lachen„ wie auch im Arabisch “Jidhac„ bedeutet: “Gott liess mich lachen; jeder, der davon hört, wird mit mir lachen. Wer, sagte sie, hĂ€tte Abraham zu sagen gewagt, Sara werde noch Kinder stillen? Und nun habe ich ihm noch in seinem Alter einen Sohn geboren„ (Genesis 21,6-7), kommentiert mit Freude die Ehefrau des Greisen, welche bei der Geburt Isaaks 90 Jahre alt war und ihr Mann 100 Jahre (Genesis 21,6-7). Nur Gott konnte dem Abraham eine solche Überraschung ankĂŒndigen und auch vollbringen. FĂŒr das alte Ehepaar war das wirklich ein Grund um zu lachen. Wir hĂ€tten dasselbe getan. Viele wĂŒrden vor eine schwangere 90. jĂ€hrige Frau lachen.

Isaak ist wichtig, weil er die materielle BestĂ€tigung des Zeichens, welches Abraham von Gott verlangte darstellt: Er ist die Vollendung des “BĂŒndnisses der StĂŒcke„. Dieses durch die Wissenschaft aller Zeiten unerklĂ€rliche Zeichen ist ein furchtbares Zeugnis fĂŒr alle Menschen aller Jahrhunderte. Es betrifft nicht nur Abraham. Es betrifft uns alle, denn der Bund, welcher mit Isaak fortbestehen sollte, kam durch den Messias zur Vollendung. Dieser sollte aus der Nachkommenschaft Abrahams durch diesen Sohn und nicht durch einen anderen kommen, denn Gott hatte gesagt: “Auch was Ismael angeht, erhöre ich dich. Ja, ich segne ihn
 Meinen Bund aber schliesse ich mit Isaak„ (Genesis 18,20-21).

Dieses Wunder hat den Glauben Abrahams gestÀrkt; es soll auch unseren stÀrken. Gott hat es aus diesem Grunde gewollt.

Sein an Adam und Eva angekĂŒndigter Heilsplan ging also mit Abraham in ErfĂŒllung. Dieser Heilsplan muss als eine Initiative und ein göttliches Eingreifen erscheinen, ein unwiderruflicher Beweis der Existenz und der Allmacht Gottes und ein göttlicher Plan, den die Menschen respektieren und folgen sollten. Nur die Menschen guten Willens werden sehen und verstehen.
Du hast sicherlich gesehen, wie Gott voller Geduld ist. Der Schöpfer offenbart erst 13 Jahre nach der Geburt Ismaels dem Abraham seinen Plan. Zu dieser Zeit dachten weder Abraham noch seine Frau noch daran, ein Kind zu haben. Sie begnĂŒgten sich mit Ismael. Gott aber hatte seinen Plan und musste die menschlichen Meinungen umstĂŒrzen, um ihn zu vollbringen. Das ist seine Weisheit. Der Mensch, als Geschöpf muss immer lernen sich an den Willen des Schöpfers anzupassen. Wenn er sich ohne Widerstand vor dem Willen Gottes beugt, wird er die tiefe Weisheit Gottes entdecken; er wird es nie bereuen sich durch Gott leiten zu lassen.

Gott hat mit Isaak seine Allmacht gezeigt. Somit hat er die Menschheit auf ein anderes, noch grösseres Wunder, dasjenige der Geburt des Messias 2000 Jahre nach Abraham, vorbereitet: Jesus ist von der Jungfrau Maria durch eine direkte göttliche Aktion, ohne Intervention eines Mannes geboren: “Der Engel Gabriel wurde von Gott zu einer Jungfrau gesandt
 Maria
 und er sagte ihr: Du wirst ein Kind empfangen
 Er wird Sohn des Höchsten genannt werden. Der Heilige Geist wird ĂŒber Dich kommen
 Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden
„ (Lukas 1,26-38).

Isaak kommt somit, um die Menschen auf den Empfang des Messias vorzubereiten. Man ist nicht mehr gerechtfertigt, wenn man nicht an das Wunder der Geburt Jesus glaubt.

1.7. Die Beschneidung (Genesis 17,9-14)

Die Beschneidung ist ein vor biblischer Brauch. Er existierte bereits vor Abraham und wurde oft von den Heiden aus verschiedenen GrĂŒnden ausgeĂŒbt. WĂ€hrend eines Krieges wurden die Besiegten durch die Sieger mit der Beschneidung gedemĂŒtigt. Die Bibel selbst spricht von diesem Brauch: Der König Saul verlangt von David “die VorhĂ€ute von hundert Philistern, um an den Feinden des Königs Rache zu nehmen„ (1 Samuel 18,25). Dieser Brauch bedeutet also nicht unbedingt einen Bund mit Gott, auch wenn die Schriftsteller des Alten Bundes ihn als “Zeichen des Bundes„ mit Gott darstellen (Genesis 17,11).

Die Beschneidung wurde seit dem Altertum in aller Welt ausgeĂŒbt. Heute noch betrachten gewisse StĂ€mme Australiens, Afrikas oder Amerikas die Beschneidung als ein Zeichen der MĂ€nnlichkeit. Gewisse Leute wenden diese Operation sogar bei MĂ€dchen an (Entfernung der Klitoris).

Als Abraham sah, dass die Heiden sich fĂŒr ihre Götter beschneiden liessen, dachte er, er mĂŒsse diese Operation fĂŒr den einzigen wahren Gott auf sich nehmen. Mit der Zeit haben die Propheten aber den symbolischen Wert dieser Aktion verstanden und Moses verlangt, dass das Herz beschnitten wird (Deuteronomium 10,16). Auch Jeremia betont die Reinigung der Seele durch die Beschneidung des Herzens (Jeremia 4,4). Dieser grosse Prophet hat stets die GlĂ€ubigen an die Introspektion und an die “Reinigung„ des Gewissens eingeladen, indem er den Schein und die VordergrĂŒndigkeit der Beschneidung der Vorhaut anklagte. Er unterstrich die Tatsache, dass die Beschneidung bereits bei den Heiden ein Brauch war: “FĂŒrwahr, es werden Tage kommen - Spruch des Herrn -, da ziehe ich alle Beschnittenen zur Rechenschaft: Ägypten, Juda, Edom
 denn alle Völker und das ganze Haus Israel haben ein unbeschnittenes Herz„ (Jeremia 9,24-25). Beachte, dass Juda (die Juden) trotz der Beschneidung auf dem gleichen Rang wie die damaligen Heiden (Ägypten, Edom) gesetzt wurde und dass dieser Brauch auch ausserhalb PalĂ€stinas ausgeĂŒbt wurde.

Die Beschneidung muss im Zusammenhang mit den modernen Kulten, die vom Heidentum inspiriert wurden betrachtet werden: Priesterliche Kleider, Weihrauch, Kniebeugung usw
. Alle diese Formen der Anbetung sind nur eine Illusion, eine vordergrĂŒndige ReligiositĂ€t, die Gott nicht gefallen und welche die geistige Weiterentwicklung nicht begĂŒnstigen; sie stellen vielmehr ein materielles Hindernis an die wahre Erhebung der Seele dar. Wir können dasselbe fĂŒr die Taufe mit Wasser sagen. Es ist nur ein Symbol. Der einzige wertvolle Kult ist derjenige der Erkenntnis und der Liebe, die Anbetung Gottes in “Geist und in Wahrheit„ wie bereits erwĂ€hnt (Johannes 4,23-24).

Mit dem Evangelium verlassen wir endgĂŒltig das physische Konzept der Beschneidung, um das geistige Konzept zu verwirklichen, welches den alten Brauch nichtig macht: “Es kommt nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf an, die Gebote Gottes zu halten„, sagt Paulus (1 Korinther 7,19). Und noch: “In Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist„ (Galater 5,6); “In ihm (Christus) habt ihr eine Beschneidung empfangen, die man nicht mit HĂ€nden vornimmt, nĂ€mlich die Beschneidung, die Christus gegeben hat. Wer sie empfĂ€ngt, sagt sich los von seinem vergĂ€nglichen Körper„, sagt Paulus weiter (Kolosser 2,11).

“Es ist sinnlos, wie sie mich verehren„, sagt Jesus vor den PharisĂ€ern und den Schriftgelehrten trotz ihrer Beschneidung (MatthĂ€us 15,9). Auch Jesaja hatte, wie die Mehrheit der Propheten, diese Form der Furcht vor Gott verurteilt: “Der Herr sagte: Dieses Volk nĂ€hert sich nur mit Worten und ehrt mich bloss mit den Lippen, sein Herz hĂ€lt es aber fern von mir, seine Furcht vor mir ruht nur auf einem angelernten menschlichen Gebot„ (Jesaja 29,13). Man wundert sich, dass einige “JĂŒnger„ Jesu immer noch die Anbetung auf heidnische Kulten und Riten aufbauen, die durch Jesus und die Propheten verurteilt wurden: “Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte recht, als er ĂŒber euch sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen„, wiederholt Jesus (MatthĂ€us 15,7-9).

1.8. Offenbarung der göttlichen TrinitÀt (Genesis 18)

Das Kapitel 18 wiederholt die AnkĂŒndigung der Geburt Isaaks durch Gott an Abraham, aber diesmal in der Gegenwart von Sara. In der ersten ErzĂ€hlung war es Abraham, der “lachte„ (Genesis 17,17). In der zweiten ErzĂ€hlung ist es Sara, die “am Zelteingang hinter seinem RĂŒcken hörte„, sie Sara, der “es lĂ€ngst nicht mehr erging, wie es Frauen zu ergehen pflegt„, sie “lachte daher still in sich hinein und dachte: 'Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das GlĂŒck der Liebe erfahren? Auch ist mein Herr doch schon ein alter Mann!' (Genesis 18,11-12).

Die Wiederholung dieser Geschichte zeigt sich besonders durch die Wiederholung der Anmerkung, dass Isaak „im nĂ€chsten Jahr“ geboren sein wird (Genesis 17,21 & 18,14). Es sind zwei verschiedene mĂŒndliche Überlieferungen. Die zweite ErzĂ€hlung ist durch mehr Respekt gegenĂŒber der EhrwĂŒrdigkeit des Patriarchen Abrahams gekennzeichnet: Nicht er hat gelacht und gezweifelt, sondern seine Frau Sara, welche in ihrem Glauben schwĂ€cher war als ihr Mann, der als tadellos betrachtet wird. Die erste ErzĂ€hlung gehört zur eloistischen Tradition: „Gott (Elohim) sagt zu Abraham
“ (Genesis 17,9-22) und die zweite ErzĂ€hlung der Jahwisten: „Jahweh erschien ihm bei den Eichen von Mamre
“ (Genesis 18,1-14).

Gott, der das Herz durchblickt, hat das innere Lachen Saras gesehen. Er fragt sie, nicht um sie zu tadeln, sondern um ihr seine Allmacht bewusst zu machen, weshalb sie gelacht hat. Als sie sich entdeckt fĂŒhlte hatte sie angst und verneinte es: „Ich habe nicht gelacht“. Aber Gott gutmĂŒtig und voller VerstĂ€ndnis wiederholte auf vĂ€terliche Art: „Doch, du hast gelacht“. Er betrachtete die eingeschĂŒchterte Haltung seines „kleinen“ Geschöpfes nicht als LĂŒge (Genesis 18,15).

Der wichtigste Punkt dieser zweiten ErzĂ€hlung ist die Offenbarung der göttlichen Dreifaltigkeit. Gott erscheint dem Abraham tatsĂ€chlich in der Form von drei Personen: „Er blickte auf und sah vor sich drei MĂ€nner stehen“ (Genesis 18,2).

Der Dialog zwischen Gott und Abraham ist an sich aufschlussreich: Der Patriarch spricht zu diesen drei Personen mal im Singular und mal im Plural und scheint nicht zu verstehen, ob er es mit einer oder mit mehreren Personen zu tun hat: „Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe
 Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die FĂŒsse waschen
 Sie erwiderten: 'Tu, wie du gesagt hast'“ (Genesis 18,2-5). Es ist der Gott Dreifaltigkeit, der in unsere der Welt erscheint und sich 2000 Jahre vor Christus offenbart, ohne durch die verschlossene menschliche Intelligenz erfasst zu werden.

Lies das Kapitel 18 nochmals mit Aufmerksamkeit und denke darĂŒber nach. Was meinst Du zu diesen drei Personen, die dem Abraham erschienen sind? Warum Ă€ndert sich der Dialog zwischen dem Singular und dem Plural? Gib Deine ErklĂ€rung.

Beachte die Art und Weise wie diese Geschichte erzĂ€hlt ist: Alles wird auf einfache Weise, mit Offenheit und ohne falsche Scham, besonders von Sara gesagt. Abraham beeilt sich seinen Gast mit spontanem Enthusiasmus zu empfangen. Er bietet ihm das Beste aus seiner Herde an (im Gegensatz zum habsĂŒchtigen Kains). Und Sara, die durch das Alter bereits verbraucht war und der „es lĂ€ngst nicht mehr erging, wie es Frauen zu ergehen pflegt“, fragt sich in seinem heimlichen Lachen: „Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das GlĂŒck der Liebe erfahren?“
 mit ihrem „alten Mann“!!


Diese Bemerkungen offenbaren uns das Gesicht Abrahams: ein gerader und ganzer Mensch mit einem grosszĂŒgigen Herz und genĂŒgend geschmeidig, um durch Gott geformt zu werden. Das erklĂ€rt die Wahl Gottes. Vergiss nicht, dass die Wahl Gottes auf diesen Mann, ein Syrer, gefallen ist und nicht auf ein hebrĂ€isches „Volk“, welches stets ein hartes und aufrĂŒhrerisches Herz gegenĂŒber Gott hatte, wie es die Propheten offenbaren (Jesaja 1,2-4 / Jeremia 7,25-28
 usw
).

1.9. Sodom und Gomorra (Genesis 19)

Nach der AnkĂŒndigung der Geburt Isaaks, offenbart Gott dem Abraham seine Entschlossenheit Sodoma und Gomorra wegen ihrer Verderbtheit zu zerstören. Diese zwei StĂ€tten befinden sich im SĂŒden des Toten Meeres und waren bekannt fĂŒr ihre Ausschweifung, u.a. die HomosexualitĂ€t. Von hier stammt auch der Ausdruck Sodomie. Gott entschloss sich sie zu zĂŒchtigen, wie er es frĂŒher zu Zeiten Noah mit einer sittenlosen Zivilisation getan hatte. Dies sollte eine Lehre fĂŒr die zukĂŒnftigen Generationen sein und auch ein Beispiel der Strafe sein, die zu Endzeiten auf die gottlose Welt fallen wird. (Lukas 17,26-30).

Lot und seine Frau sind eingeladen Sodoma mit ihren zwei Töchtern zu verlassen, weil sie sich nicht durch die Sodomiten anstecken liessen. Die Unzucht der Sodomiten war ganz deutlich die HomosexualitĂ€t (Genesis 19,4-11). Der Familie Lot wurde empfohlen, beim Verlassen der Stadt nicht zurĂŒckzuschauen (Genesis 19,17), d.h. die Vergangenheit nicht zu bereuen und das Herz wegen Besitztum, HĂ€user usw. nicht zurĂŒckzulassen. Im Gegenteil, sollten sie, mit Vertrauen auf Gott, in die Zukunft schauen. Die Frau Lot beachtete dieser göttlichen Rat nicht und wurde in eine „SalzsĂ€ule“ verwandelt (Genesis 19,26).

Man muss den symbolischen Sinn dieser Geschichte verstehen: Man soll nie zögern von einem Leben ohne Gott Distanz zu nehmen. Man soll sich von der mondĂ€nen Anziehungskraft befreien, um sich zum geistigen Leben aufzuschwingen ohne zurĂŒckzublicken und ohne die Nostalgie der vergangenen VergnĂŒgen zu pflegen: „Keiner, der die Hand an den Pflug (das geistige Leben) gelegt hat und nochmals zurĂŒckblickt, taugt fĂŒr das Reich Gottes“, hatte Jesus gesagt (Lukas 9,62).

1.10. Geburt Isaaks und RĂŒckverweisung Hagars und Ismaels (Genesis 21)

Nach der Geburt Isaaks, „beobachtete Sara eines Tages, wie der Sohn, den die Ägypterin Hagar Abraham geboren hatte, umhertollte. Da sagte sie zu Abraham: 'Verstoss diese Magd und ihren Sohn!
'“ (Genesis 21,9-10). Sara verleugnet somit Ismael als Sohn und lehnt ihn ab, sie verbannt ihn und seine Mutter
 nachdem sie die Beziehung zwischen ihrem Mann und Hagar begĂŒnstigt hatte.

Die Haltung Sara „verdross Abraham sehr“, aber Gott sagte ihm: „“Sei wegen des Knaben und deiner Magd nicht verdrossen! Hör auf alles was die Sara sagt. Denn nach Isaak sollen deine Nachkommen benannt werden (durch die Ankunft des Messias)„ (Genesis 21,9-12).

Gott lĂ€sst diese weibliche Eifersucht walten: Er billigt die RĂŒckweisung Hagar und Ismael, nicht um sie zu entwĂŒrdigen und Sara zu unterstĂŒtzen, wie es die Rabbiner interpretieren, sondern um seinen messianischen Plan ohne Hindernisse und ohne Familienstreit durch Isaak zu vollbringen. Deshalb bittet Gott Abraham wegen dieser Entfernung nicht traurig zu sein: Und Gott bestĂ€tigt den Segen an Ismael (Genesis 17,20), und ruft in Erinnerung, dass er ihn “zu einem grossen Volk machen will, weil auch er dein Nachkomme ist„ (Genesis 21,13).



Orte in Kanaan. Aufteilung des Landes zwischen den StÀmmen.

Dieser göttliche Segen widerspricht der Haltung der Juden gegenĂŒber Ismael und seine Nachkommen, die Araber. Die Juden verachten die Araber unter dem Vorwand, dass ihr Ahne Ismael von Abraham “verstossen„ wurde. Die Entfernung Ismaels ist aber in der Genesis nicht in diesem rassistischen Geist dargestellt. Die Genesis betrachtet Ismael auch als Nachkommenschaft Abrahams. Nachdem Hagar und sein Sohn wegjagt wurden, erscheint ihnen ein Engel, um die bestĂŒrzte Mutter zu unterstĂŒtzen und zu trösten: “FĂŒrchte dich nicht, Gott hat den Knaben dort schreien gehört, wo er liegt. Zu einem grossen Volk will ich ihn machen. Gott öffnete ihr die Augen, und sie erblickte einen Brunnen. Sie ging hin, fĂŒllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. Gott war mit dem Knaben
„ (Genesis 21,14-21).

Gott hat Ismael nie verlassen, aber sein messianischer Plan musste sich mit Isaak erfĂŒllen.

1.11. Das Opfer Isaaks (Genesis 22)

Zu jener Zeit hatten die Heiden den Brauch ihre Kinder als Brandopfer den Götzen zu opfern. Dies wurde sogar durch gewisse jĂŒdische Könige ausgeĂŒbt und wurde von den Propheten verurteilt (Jeremia 7,31). Abraham als eifriger GlĂ€ubige wollte Gott seinen Sohn aufopfern, wie es die Heiden mit ihren Kindern fĂŒr die Götter taten; er glaubte dadurch Gott zu ehren. Gott aber griff noch rechtzeitig ein, um ihn daran zu hindern und um zu zeigen, dass er nicht wie die heidnischen “Götter„ ist, die menschliche Opfer verlangen. Ein Engel rief zu ihm: “Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus. Denn jetzt weiss ich, dass du Gott fĂŒrchtest; du hast mit deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten. Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder
 Abraham nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar„ (Genesis 22,9-13).

SpĂ€ter erklĂ€rte Gott durch die Propheten, dass die einzigen Opfer, die ihm gefallen, diejenigen der Reue, der Gerechtigkeit und der Liebe sind. Der Prophet Michea ruf: “Womit soll ich vor den Herrn treten
? Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben fĂŒr meine Vergehen, die Frucht meines Leibes fĂŒr meine SĂŒnde?
 Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: gerecht handeln, mit ZĂ€rtlichkeit lieben und in Demut den Weg gehen mit deinem Gott„ (Michea 6,6-8).

Mit der Ankunft Jesu wird uns ein neues Licht gegeben. Gott verlangt nicht nur keine Aufopferung der Kinder, sondern es ist er, Gott, der seinen einzigen Sohn den Menschen als Opfer fĂŒr ihr Heil darbringt: “Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat„ hatte Jesus gesagt (Johannes 3,16). Und ebenfalls: “Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben fĂŒr seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage„ (Johannes 15,13-14). Durch sein Eingreifen in die menschliche Geschichte hat Gott mit Weisheit und PĂ€dagogik, die MentalitĂ€t der Menschen hinsichtlich Opfergaben völlig verĂ€ndert. Mit der Ankunft Jesus war die ZerrĂŒttung vollkommen. Die diktatorischen Göttern der Mythologie mussten weichen vor dem einzigen Schöpfer, der sich als gĂŒtig, mitleidvoll und erbarmungsvoll offenbarte.

1.12. Die Hochzeit Isaaks (Genesis 24)

Abraham wollte fĂŒr seinen Sohn Isaak eine Frau aus “seiner Heimat und seiner Verwandtschaft„ (Genesis 24,1-4). Er sandte also seinen Diener nach Syrien, nach “Aram Naharajim„, d.h. “Syrien zwischen den FlĂŒssen (zwischen den zwei FlĂŒssen Tigris und Euphrat), dort wo sich die Stadt Haran, aus welcher er stammte, befindet (Genesis 24,10). Von dort aus brachte der Diener als Frau fĂŒr Isaak Rebekka zurĂŒck. Sie ist die kleine Tochter von Milka, die Frau Nahors, der Bruder Abrahams (Genesis 11,27-29). Sie ist also seine Cousine auf vĂ€terlicher Seite. Rebekka wird auch spĂ€ter fĂŒr ihren Sohn Jakob eine Frau von dort haben wollen (Genesis 27,46; 28,5). Dies beweist den syrischen Ursprung der Familie Abrahams.

Einige Gedanken
Gott beruhigte Abraham, indem er Ismael segnete. Er ankĂŒndigte ihm auch an, dass Ismael „zwölf FĂŒrsten zeugen wird“ (Genesis 17,20; ihre Namen sind in Genesis 25,12-16 erwĂ€hnt). Diese Zahl ist symbolisch und muss zusammen mit den 12 StĂ€mmen Israels gesehen werden (siehe spĂ€ter die 12 Söhne Jakobs in Genesis 35,22-26). Diese 12 „EhrwĂŒrdige“ sind in den Augen Gottes wertvoll und verdienen Anerkennung. Wie alle Menschen guten Willens, haben sie Anrecht auf dasselbe geistige Erbe wie die Nachkommen guten Willens von Isaak.

Ein Hagar und Ismael gĂŒnstig gesinnten Schriftsteller hĂ€tte geschrieben: „Nachdem Sara Isaak gezeugt hatte, vernachlĂ€ssigte sie Ismael, der davon zutiefst betroffen war. Sie verliess ihn schliesslich und vergass dabei, dass sie ihn sehnlichst gewĂŒnscht und adoptiert hatte. Aus Eifersucht, lehnte sie ihm sogar das legitime Recht mit Isaak zu erben ab“. Deshalb „verdross dieses Wort Abraham sehr“ (Genesis 21,9-11). Die Fanatiker haben spĂ€ter dieselbe einschrĂ€nkende MentalitĂ€t Saras ĂŒbernommen, anstatt der GĂŒte und Gerechtigkeit Abrahams zu folgen.